Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen …

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen …

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen …

Das war ja wirklich eine tolle Geschichte, die ich heute morgen in meinem WhatsApp-Postfach gefunden hatte. Ausgerechnet heute. Wir haben zur Zeit Besuch von Freunden aus Kanada. Und Chris hat sich einen Besuch im Porschemuseum mit Industrieführung gewünscht. Dahin sind die beiden Männer – also mein Lieblingsehemartin und Chris – heute morgen aufgebrochen.

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen, um automotive Geschichten aus unserer Region zu finden. Die Geschichten in Degerschlacht sind mindestens genau so interessant.

Eine hab ich gerade heute morgen per WhatsApp zugeschickt bekommen.

Ich hatte mir einen Kaffee gemacht und ein bisschen mit dem Handy in der Küche gesessen. Und dann las ich in dem Artikel von Wilfried Gehr wie das war mit einer jungen Männerclique, die sich für Automotoren begeisterten. Dazu gehörten Gottlieb Daimler, Robert Bosch, Wilhelm Maybach und eben die beiden Degerschlachter Brüder Gottlob und Gustav Maier aus dem Entenhof. Die beiden hatten mindestens so gute Ideen wie ihre berühmten Kumpels.

Wie es ihnen erging, könnt ihr in dem Artikel von Wilfried Gehr lesen. Er weiß einfach immer wieder tolle Geschichten aus unserem Ort und ich? Ich hab es ja geahnt: Degerschlacht hat richtig viel zu bieten. Aber dank Wilfried weiß ich es jetzt sogar.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Gottlob und Gustav Maier – zwei verkannte Genies vom Degerschlachter Entenhof

Gottlob und Gustav Maier – zwei verkannte Genies vom Degerschlachter Entenhof

Gottlob und Gustav Maier – zwei verkannte Genies vom Degerschlachter Entenhof

Degerschlacht (wige) In einem kleinen Holzpavilion am Wagner Buckel in Reutlingen haben sie sich gelegentlich getroffen um Most aus Degerschlacht zu trinken. Es waren die jungen Männer Gottlieb Daimler, Robert Bosch, Wilhelm Maybach und die Brüder Gottlob und Gustav Maier aus dem Degerschlachter Entenhof.

Wilhelm Maybach wuchs in Reutlingen auf

Im Pavillon in Reutlingen deshalb, weil der Vollwaise Maibach von Gustav Werner aufgenommen wurde. Maybach wuchs in Reutlingen auf und nutzte die Bildungschance die er von Werner bekam.

Bei den Gesprächen der Automobilpioniere, Technikfreaks und Tüftler ging es wohl meist um das Thema Motor und Technik.

Während Bosch, Daimler und Maybach nicht nur technisch sondern auch wirtschaftlich mehr als erfolgreich wurden, blieb bei den Gebrüder Maier der grosse wirtschaftliche Erfolg aus.

Der kleinste Motor der Welt

Dies, obwohl Gottlob Maier den kleinsten Motor der Welt, welcher kleiner als eine Erbse war, erfunden und sogar patentieren lassen hat. Die auf Grundlage dieses Patents weiterentwickelten Minimotoren sind heute in nahezu jedem technischen Gerät, in der Medizintechnik, in Spielzeug, der Robotechnuk usw. verbaut. Doch Gottlob Maier hatte nicht viel davon. Robert Bosch übernahm von Maier, der auch an der Entwicklung des Bosch Scheibenwischermotors beteiligt war, das Patent.
Dank Bosch hat Gottlob wenigstens einen ordentlichen Industriejob bekommen und deshalb seinen Heimatort Degerschlacht verlassen. Reich und berühmt wurde er aber nicht. (Der Erfinder Gottlob Maier hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Firma in Reutlingen zu tun.)

Motoren für landwirtschaftliche Maschinen

Auch Gottlobs Bruder Gustav war ein genialer Tüftler, Macher und Erfinder. In seiner technischen Werkstatt im Degerschlachter Entenhof entwickelte er Systeme zum Einbau von Motoren in bis dahin von Pferden und Ochsen gezogene landwirtschaftliche Maschinen. Wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt hat diese Ideen allerdings nicht Maier sondern sein Bekannter, Christian Friedrich Holder aus Metzingen. Auch als Holder später landwirtschaftliche Kleingeräte baute, haben die Metzinger immer wieder Lösungen vom Maiergustav geholt und sein Können und seine Gutmütigkeit genutzt.
Gustav Maier interessierte sich auch für Funktechnik und hat schon 1920 in Degerschlacht Funksignale aus Spanien erhalten.

Das Bild stammt aus dem Degerschlacht-Buch zum Jubiläum 900 Jahre Degerschlacht.
Mit freundlicher Genehmigung aus dem Bezirksamt Degerschlacht.

Die Bürger von Degerschlacht haben ihr wirtschaftlich nicht gerade erfolgreiches Genie unterschätzt und seine Fähigkeiten kaum erkannt. Nur die Kinder und Jugendlichen vom Ort haben den Maiergustav richtig gemocht und verehrt. Dies, weil er immer geholfen hat, wenn es an der Märklin Modelleisenbahn was zu Löten gab oder wenn die 3-Gang Schaltung am Fahrrad nicht funktionierte. Er war so was wie der Daniel Düsentrieb, der alles kann, für sie.

Der „Daniel Düsentrieb“ von Degerschlacht

Unvergesslich für den Verfasser dieser Erinnerung ist, wie ihm der Maiergustav an seinem riesengrossen Trafo spürbar gezeigt hat, wie elektrischer Strom wirkt. Wenn er schwach ist, kribbelt es nur leicht, wenn er stärker wird, tut es ein wenig und dann richtig weh. Dann hat er sehr deutlich und anschaulich erklärt, dass der Strom aus der Steckdose oder vom Hochspannungsmast lebensgefährlich und tödlich ist. Dies hat jedes Kind kapiert und seitdem besteht größer Respekt vor elektrischem Strom.

Wirkungen von elektrischem Strom erklärt

Bei einem seiner letzten Geschäfte vor seinem Tod wurde Gustavs wirtschaftliche Unbeholfenheit und Gutmütigkeit nochmals ausgenutzt. Sein wirklich wertvolles Schütoff Motorrad, das er professionell motor- und elektrisch top aufgemotzt hatte, schwatzte ihm ein Sammler aus Pliezhausen mit der Zusage, dass er ihm jeden Monat eine Flasche Barbarossa Rotwein in den Entenhof bringt, ab.
Mehr als drei Flaschen des billigen Weines musste er nicht mehr bringen

Pflegeheim in Degerschlacht: Projekt gestoppt – Stadt setzt auf Pilotmodell

Pflegeheim in Degerschlacht: Projekt gestoppt – Stadt setzt auf Pilotmodell

Pflegeheim in Degerschlacht: Projekt gestoppt – Stadt setzt auf Pilotmodell

Die Hoffnung auf ein Pflegeheim in Degerschlacht ist vorerst vom Tisch. Obwohl die Stadt Reutlingen das dafür vorgesehene Grundstück bereits 2019 erworben hatte und die Pläne dafür so gut wie fertig waren, wird die Einrichtung nicht gebaut. Das wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung deutlich und sorgte für spürbare Ernüchterung.

Ursprünglich 60 Pflegeplätze geplant

Geplant waren 60 Pflegeplätze sowie barrierefreie Wohneinheiten oder Mitarbeiterwohnungen im vorderen Teil des Areals. Im hinteren Bereich sollten Grundstücke an Privatpersonen verkauft werden. Die Grundstücke für private Nutzung zumindest bleiben. Das Pflegeheim ist gestrichen.

Als Hauptgrund nennt die Stadtverwaltung den Pflegekräftemangel. Ohne ausreichend Fachkräfte sei ein neues Heim nicht realisierbar. „Wir haben sogar im Ausland gesucht – es gibt einfach niemanden“, so der Leiter der Abteilung für Ältere bei der Stadt Reutlingen, Bernd Opitz. Neben Pflegekräften fehlen auch Hausmeister, Verwaltungspersonal und weitere Mitarbeitende.

Weitere Unsicherheiten kommen hinzu: steigende Baupreise, Änderungen in Pflegekassengesetz und Heimverordnung sowie unklare politische Rahmenbedingungen unter der neuen Landesregierung.

Hohe Eigenanteile schrecken ab

Ein weiterer Punkt: die Kosten. In Baden-Württemberg liegen die Eigenanteile für Pflegeheime bundesweit an der Spitze – im Schnitt rund 5000 Euro monatlich zusätzlich zum Anteil der Pflegekasse. Wer kann diese Kosten tatsächlich aufbringen? Und wer sie aufbringen kann, ist vielleicht kaum bereit, sein ganzes Vermögen für die Pflege auszugeben.

Der Trend gehe zur häuslichen Versorgung, berichtete Opitz: 85 Prozent der Pflegebedürftigen werden derzeit zu Hause betreut.

Was passiert nun mit dem Grundstück?

Das Gelände ist gekauft. Wofür es nun genutzt werden soll, bleibt offen. Die Stadt plant ein „Pilotprojekt Pflege Degerschlacht“, mit dem neue Versorgungsformen erproben werden sollen. Sollte es erfolgreich sein, könnte das auch in anderen Gemeinden umgesetzt werden.

Denkbar sei ein Mix verschiedener Professionen: Räume für Beratungsangebote, Ärzte, ambulante Dienste, Pflege-WGs oder andere Versorgungsstrukturen. Auch die Finanzierbarkeit soll geprüft werden. Ein externer Berater, Dr. Fries, wurde bereits beauftragt; die Finanzierung des Konzeptprozesses zumindest ist gesichert.prochen.

Workshops sollen Ideen liefern

Zwei Workshops sollen nun klären, welche Angebote in Degerschlacht funktionieren könnten.

Der erste Workshop soll bereits am 6. Juli stattfinden. Dann sollen mit Fachleuten aus Pflege und Verwaltung Kriterien und Ideen entwickelt werden. Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl soll ebenfalls dabei sein, da sie die Bedürfnisse der Degerschlachter Bevölkerung am besten kennt.

 

Bei einem zweiten Worksop ist dann der Austausch mit potenziellen Trägern geplant. Einige der bisher angesprochenen hatten bereits signalisiert: „Wenn ihr mit einem neuen Konzept kommt, meldet euch gern wieder.“

Ziel sei, bis Ende des Jahres eine Ausschreibung für mögliche Dienstleister vorzubereiten. Als Bauträger kommen die GWG oder die Firma infrage, die das neue Landratsamt errichtet hat.

Skepsis und Hoffnung im Ortschaftsrat

Opitz zeigte sich zurückhaltend: Er habe „Bauchgrummeln“ und könne nichts versprechen. Ein gutes Konzept brauche Zeit, vielleicht bis 2027.

Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl sprach von einer „blöden Situation“. Mit der Reform der Pflegeversicherung könne sich kaum jemand einen Pflegeplatz leisten. Ein Pilotprojekt sei sinnvoll – „wenn denn etwas dabei herauskommt“.

Über eins waren sich die Ratsmitglieder sicher: Die Degerschlachter möchten im Ort bleiben. Und brauchen dafür wohnortnahe Angebote.

Ideen für oder mit den Bürgern?

Ob in den Workshops Ideen für oder mit den Bürgern entwickelt würden, wollte eine Zuhörerin wissen.

Eine Bürgerbefragung sei nicht vorgesehen, so Opitz. Man könne potenziellen Trägern keine Vorgaben machen. Der Markt sei frei.

Die Bürger könnten ihre Ideen an das Bezirksamt weitergeben, sah Johannes Hägele eine Möglichkeit, dass die Degerschlachter doch ihre eigenen Vorstellungen einbringen könnten. Ute Dunkl könnte die Vorschläge dann zu dem Workshop mitnehmen.

Der Ortschaftsrat wünscht sich jedoch regelmäßige Sachstandsberichte. Ute Dunkl bat darum, spätestens nach dem zweiten Workshop informiert zu werden.

In Ohmenhausen gehe im Sommer ein neues Pflegeheim an den Start, berichtete Opitz. Das sei damit dann erstmal das letzte seiner Art. Ob und falls ja, woher diese Pflegekräfte kommen, darüber wurde nicht ges

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

„Sachstand Pflegepilot Degerschlacht“. So stand es als Punkt 2 der Tagesordnung auf der Einladung zur Ortschaftsratssitzung. „Wir haben diesmal das Gemeindehaus als Treffpunkt gewählt“, hatte Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl erzählt, als ich sie vor ein paar Tagen traf. Das sei barrierefreier als der zweite Stock im Rathaus, erklärte sie. Schließlich interessiere das Thema gerade viele Ältere im Ort – und die seien eben nicht mehr so gut zu Fuß.

Ich war gespannt. Natürlich. Ich war ja auch dabei, als wir 2019 die Zusage bekamen, dass das Pflegeheim für Degerschlacht und Sickenhausen hier gebaut werden sollte.

Der große Dämpfer

Doch die Umsetzung hatte sich hingezogen. Die erste Hürde war es, Bauträger und Träger fürs Heim zu finden. Und die hatten bisher allesamt einen Rückzieher gemacht. Das Problem: Pflegemitarbeiter zu finden.

Nun also stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Bernd Opitz, Abteilungsleiter der Abteilung für Ältere bei der Stadt Reutlingen, war gekommen, um über den aktuellen Stand zu berichten.

„Inzwischen ist es sicher“, erklärte Opitz gleich zu Beginn:

„Das Pflegeheim kommt nicht.“

Die Stadt habe mehr als acht Pflegeheimträger angesprochen – auch über die Grenzen Reutlingens hinaus. Aber niemand sei bereit oder in der Lage gewesen, das Projekt zu stemmen.

Kein Personal, keine Chance

Das Hauptproblem: Es gibt kein Personal. Niemand ist da, um die Pflege zu übernehmen. Die Stadt habe auch versucht, Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben, doch auch hier seien nicht genügend Kräfte zu finden gewesen.

Nun hat die Stadt in Degerschlacht also ein schönes Grundstück, auf dem, wie Opitz erklärte, drei Häuser gebaut werden könnten, aber keine Aussicht mehr auf das Pflegeheim, für das das Grundstück ja eigentlich gekauft worden war. Sogar fertige Pläne hatte es schon gegeben. Es war also schon ziemlich viel Geld ausgegeben worden, ohne dass es einen Nutzen dafür gegeben hatte. Und das in Zeiten, in denen die Gemeinden ohnehin kein Geld haben.

„Wir suchen nach einer Alternative“, erklärte Opitz. Schließlich sei der Pflegebedarf ja da und würde in den kommenden Jahren noch größer werden.

Nun soll ein „Pilotprojekt Pflege Degerschlacht“ erarbeitet werden, das dann auch in anderen Ortschaften umgesetzt werden kann.

Bisher weiß noch niemand, was genau dabei entstehen soll. Begriffe wie „Beratungen“, „Ärzte“, vielleicht eine Pflege-WG stehen im Raum. Was genau möglich ist, weiß niemand. Was finanzierbar ist, auch nicht.

 

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Und dafür gibt es jetzt dann erstmal Workshops. Zwei Stück. Mit Fachleuten, mit potenziellen Trägern, mit einem Berater, der den Prozess begleitet. Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis.  Dafür steht die Finanzierung. Und wenn alles gut läuft, könnte vielleicht bis 2027 ein Konzept entstehen. Vielleicht. Nichts Genaues weiß man bisher noch nicht.

Die Zuschauer im Saal haben das mit einer Mischung aus Skepsis und Galgenhumor aufgenommen. „Die Reutlinger wollen einfach nicht“, meinte jemand. Vielleicht ist es aber auch komplizierter. Vielleicht ist aber auch genau das das Problem: Es ist kompliziert – und niemand traut sich, es einfach mal zu machen.

Wenig Klarheit

Am Ende dieses Abends bleibt zumindest bei mir eins hängen: Die Stadt hat ein Grundstück, aber keinen Plan. Die Menschen haben Bedürfnisse, aber keine Antworten. Aber die Stadt hat Workshops.

Vielleicht kommt etwas Gutes dabei heraus. Vielleicht wird es ein Modellprojekt, das funktioniert. Vielleicht. Für den Preis, den so ein Prozess kostet, ist mir das allerdings eine zu teure Angelegenheit bei so vielen „Vielleichts“.

Und nun? Abwarten und Tee trinken?

Das jedenfalls macht jetzt

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Ein Degerschlachter geht weiter – 100 km in 17 Stunden – Ultrawalk in Magdeburg

Ein Degerschlachter geht weiter – 100 km in 17 Stunden – Ultrawalk in Magdeburg

Ein Degerschlachter geht weiter – 100 km in 17 Stunden – Ultrawalk in Magdeburg

Der Ultra Walk Magdeburg ist anders als die bisherigen Long‑Distance‑Walks, die Martin gegangen ist. Der Start liegt am Abend, die Strecke führt durch eine Stadt, die sich im Laufe der Nacht immer wieder verwandelt: warmes Licht, kalter Vollmond, ein überraschend heißer Morgen. Martin trifft unterwegs zwei Mitwanderer, mit denen er schließlich gemeinsam ins Ziel kommt. Zwischendurch läuft er in die falsche Richtung, später geht ihm das Wasser aus – und trotzdem erreicht er die 100 Kilometer in nur 17 Stunden.

Eine Folge über Magdeburgs Gegensätze, über Ausdauer, Zufallsbegegnungen und darüber, wie viel 100 Kilometer eigentlich sind, wenn man sie wirklich geht.

100 km sind ganz schön viel – Ultra-Walk Magdeburg 2026