Das war 2025 – ein Rückblick

Das war 2025 – ein Rückblick

Das war 2025

ein Rückblick

2025 ist nun endgültig vorbei.

Wie war es?
Woran erinnere ich mich, wenn ich an dieses Jahr zurückdenke?

Spontan fällt mir eine Menge ein: Wintervögel, Feste, Wanderungen, neue Ideen. Das Bildungshaus mit neuer Leitung, Dorffest, Narren – und ein paar ganz persönliche Highlights.

Hier hab ich einen kleinen Rückblick für euch zusammengestellt.

Januar - Wintervögel und ein Blick aus dem Fenster

Zu Beginn des Jahres stand die Wintervogelzählung des NABU. Einige Leser machten mit, und das Ergebnis war gar nicht so schlecht. Es gab sie, unsere gefiederten Freunde in Degerschlacht: Eulen, Falken, Amseln, Meisen, Rotkehlchen, Elstern, Tauben und Krähen.
Umso besorgter schaue ich jetzt aus dem Fenster. Seit es richtig kalt ist, habe ich genau eine Amsel und eine Meise gesehen. Nicht einmal Krähen oder Tauben lassen sich blicken – dabei waren die sonst immer da.

Februar – Narren, Eulen und das Rathaus im Ausnahmezustand

Am schmotzigen Doschtig übernahmen wie jedes Jahr die Narren das Regiment im Rathaus. Es regierten Spaß, Freude, Eulen und Wildsaua – bis zum Aschermittwoch. Danach mussten Ute und das Rathausteam wieder Ordnung ins Chaos bringen. Auch das gelang ihnen erneut erstaunlich souverän.

März – Vereinssitzungen, Abschied und neue Ideen

Im März fand ich mich plötzlich als Schriftführerin des Albvereins wieder. Ganz so überraschend war es nicht – man hatte mich gefragt, und ich hatte Ja gesagt. Und ich habe es bis heute keinen einzigen Tag bereut.
Der Albverein ist weit mehr, als ich je vermutet hätte. Wir haben Ideen, wir setzen sie um, und das Schönste daran: Die Degerschlachter ziehen mit. Das macht sichtbar Freude – uns und ihnen.

Ebenfalls im März wurde beschlossen, den Männergesangsverein Eintracht Degerschlacht aufzulösen. Ein Verein von 1897 – endgültig Geschichte. Das ist schade. Vor allem, weil sich dabei zeigte: Die Degerschlachter singen eigentlich gern.
Der Verein war immer ein reiner Männerchor. Frauen hatten nur den Kirchenchor – anspruchsvoll, mit Probenpflicht. Für viele war das keine Option.
Die Frage war also: Was machen die, die einfach nur singen wollen?
Antwort: Einfach singen. Ohne Anspruch. Ohne Verpflichtung. Aus Freude.

April – Bildungshaus, Bücher und Geschichten aus Degerschlacht

Im April war es endlich so weit: Das Bildungshaus wurde fertig. Die Kinder konnten aus dem Provisorium in Orschel-Hagen zurück in das neu umgebaute Haus – mit Garten, Küche, Mensa und allem, was dazugehört. Auch eine neue Leitung hat das Bildungshaus seit 2025.
Kurz darauf wurde eine Formaldehydbelastung festgestellt. Einige Räume konnten zunächst nicht genutzt werden. Inzwischen sind die belasteten Einrichtungsteile ausgetauscht, und Haus und Garten können vollständig genutzt werden – so, wie es geplant war.

Ebenfalls im April: Degerschlacht hat einen sehr erfolgreichen Fantasy-Autor. Seine Trilogie „Arrandur“ traf offenbar genau den Nerv vieler Leser.
Und er ist nicht der Einzige hier, der Geschichten erzählt. Am 28. Februar werde ich mit meinen eigenen Buchideen einen Stand auf der Stuttgarter Buchmesse haben. Vielleicht frage ich ihn einfach mal, ob er auch dabei sein möchte.

Mai – Offene Fragen: Lärmaktionsplan und Pflegeheim

Im Mai lehnte der Reutlinger Gemeinderat den Lärmaktionsplan ab – völlig unverständlich für alle, die daran gearbeitet hatten. Der Plan war über Jahre fortgeschrieben, von Ortschaftsräten einstimmig beschlossen und hätte eine Ausweitung der Tempo-30-Zone bedeutet.
Mit einem Beschluss war diese Arbeit plötzlich wertlos. Seitdem herrscht Funkstille. Wie es weitergeht, weiß offenbar niemand – oder es sagt zumindest niemand.

Auch beim geplanten Pflegeheim in Degerschlacht ist die Lage weiter unklar. Grundstück und Investor sind vorhanden, ein Betreiber fehlt. Der Grund: fehlendes Pflegepersonal.

Juni – Stadtradeln und 171 Kilometer rund um Köln

Im Juni war Degerschlacht wieder beim Stadtradeln dabei. 26 Radler fuhren in drei Wochen 5.524 Kilometer und sparten dabei rechnerisch 76 Tonnen CO₂ ein.

Und dann war da natürlich Köln.
171 Kilometer rund um Köln, die Martin in 33 Stunden erwandert ist. Ich war als Support dabei – und habe genauso wenig geschlafen. Es war für ihn ein außergewöhnliches Erlebnis, aber auch für mich.
Daraus entstand meine erste Podcast-Serie. Sie hat mir enormen Spaß gemacht. Leider fehlte oft die Zeit für mehr. Vielleicht gelingt mir 2026 mehr Regelmäßigkeit.

Juli – Dorffest und singende Kinder

Im Juli feierten wir Dorffest. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Kinder aus Kindergarten und Schule mit ihrem Lied:
„Die Eul, die Eul, die Eule tanzt …“

September – Klappstühle, Begegnungen und Wasserspielplatz

Im September fand das erste Klappstuhltreffen im Hof des Kinderhauses statt. Eine Idee des Bezirksgemeinderats – und eine richtig gute. Nachbarn kamen ins Gespräch, auch mit denen, die man sonst kaum trifft.
Ein nächstes Mal muss es geben.

Ebenfalls im Sommer, zwischen Juni und September, wurde der kleine Wasserspielplatz in der Arnold-Böcklin-Straße saniert. Pünktlich zum Ende der Sommerferien war er wieder nutzbar – und wird seitdem intensiv genutzt. Von Kindern. Und auch die Eltern sind begeistert.

Oktober – Tag der Aussicht und Degerschlacht im Fokus

Im Oktober entdeckte die Stadt Reutlingen Degerschlacht als Ort für ihren „Tag der Aussicht“. Rund 40 Menschen aus dem gesamten Kreis liefen mit uns um den Ort und erfuhren viel über seine Geschichte.
Der Regen störte niemanden. Der Abschluss bei Antipasti und Pizza im Sportheim war eine tolle Idee.

November – Offenes Singen und Dämmerungswanderung

Im November setzten Ute und ich schließlich um, was im Frühjahr entstanden war: das Offene Singen.
Die Resonanz war überwältigend. Der erste Abend ein voller Erfolg. Damit ist klar: 2026 wird es vier Offene Singabende geben – unter dem Dach des Albvereins.

Auch die Dämmerungswanderung des Albvereins fiel in diesen Monat. 50 angemeldete Personen, vor allem Familien – wir wurden förmlich überrannt. Gemeinsam suchten wir das Licht auf den Feldern und brachten es zurück nach Degerschlacht. Es war ziemlich nass. Den ganzen Tag hatte es geregnet. Doch das hat niemanden abgeschreckt. Alle, die angemeldet waren, sind gekommen und vermutlich noch ein paar mehr. Es hat einfach Spaß gemacht. Auch uns.

Alle weg? Ob sie Weihnachten feiern?+

Alle weg? Ob sie Weihnachten feiern?+

Alle weg? Ob sie Weihnachten feiern?+

Mein Mann hat mir zum Geburtstag einen Futterspender für Vögel geschenkt, weil ich so gerne Vögel beobachte. Unsere Katzen übrigens auch. Wir saßen oft zusammen am Fenster und schauten zu, wie sie sich an der Futterstelle bedienten, die am Baum direkt vor unserem Fenster hing.

Inzwischn hängt der Futterspender einen Meter weiter, direkt an der Wand unseres Holzhauses. Der Blick darauf ist gut.

Wo sind sie denn?

Was mich wundert: Es kommen keine Vögel mehr.
Gar keine. Nicht an die Futterstelle. Nicht in den Nachbargärten. Keine Meisen, keine Spatzen. Nicht einmal Tauben, Krähen oder Elstern, die sonst immer irgendwo da waren.

Nichmal Tauben, Krähen oder Elstern …

Meine Erklärung dafür:
Sie haben sich an einer besonders üppigen Futterstelle getroffen, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Und weil Weihnachten ist, vertragen sich dort ausnahmsweise alle: Krähen und Meisen, Spatzen und Amseln. Die Tauben sowieso – die sind ja immer umgänglich. Und hören ohnehin nichts.

(Dies Bild ist KI-generiert … ist ja sonst nicht so meine Art. Heute. Ausnahmsweise)

und vielleicht kommen sie ja nächstes Jahr wieder …

Hier vor unserem Fenster ist es dieses Jahr ruhig geblieben.
Aber irgendwo wird gerade gefeiert. Vermutlich mit viel Futter, wenig Streit – und ohne Katzenpublikum.

Traktoren vorm Rathaus

Traktoren vorm Rathaus

Traktoren vorm Rathaus

„Für die meisten, teils historischen Fahrzeuge wäre es fast eine Weltreise, müssten sie zum TÜV nach Reutlingen fahren“, erklärte Christiane Dürr vom Bezirksamt, warum der TÜV in regelmäßigen Abständen auch nach Degerschlacht kommt.

Am Samstagmorgen waren die Degerschlachter deshalb eingeladen, mit Traktoren, Anhängern sowie land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen zum Rathaus zu kommen, um sie auf ihre Verkehrssicherheit prüfen zu lassen. Schließlich sind sie ja auch immer wieder auf öffentlichen Wegen unterwegs, um zu Äckern oder Gütle zu kommen..

„Geprüft wird, was geprüft werden muss“, erklärte die Mitarbeiterin des TÜV Reutlingen,  so zum Beispiel Licht, Bremse, Hupe.

Zwölf Fahrzeuge hatten sich angemeldet und die meisten präsentierten sich tatsächlich im gestandenen Traktorenalter in äußerst gepflegtem Zustand den Prüfern Bei strahlendem Sonnenschein boten sie den Vorbeikommenden ein wirklich schönes Bild.

Nett und äußerst passend war auch die Absperrung des Prüfplatzes mit Reisigbesen.

Leere Zuschauerbänke und volle Glascontainer – Neues aus der Bezirksgemeinderatssitzung

Leere Zuschauerbänke und volle Glascontainer – Neues aus der Bezirksgemeinderatssitzung

Leere Zuschauerbänke und volle Glascontainer – Neues aus der Bezirksgemeinderatssitzung

Überfüllte Glascontainer, Formaldehyd im gerade bezogenen Kindergarten, eine erfreuliche Kriminalstatistik und eine kleine Bebauungsplanänderung waren die Themen auf der jüngsten Bezirksgemeinderatssitzung in Degerschlacht.
Schade, dass ich auch diesmal wieder die einzige Besucherin war, die es offensichtlich interessiert, was uns in Degerschlacht bewegt, was geplant und schon umgesetzt wurde. 
Na ja – ich schreibs hier für euch auf … 

Spielplatz Arnold-Böcklin-Straße

Gute Nachrichten für Familien: Der neue Spielplatz in der Arnold-Böcklin-Straße ist fertiggestellt. Wie Ortsvorsteherin Ute Dunkl berichtete, wird der Bauzaun am Montag entfernt. Das Fundament müsse noch etwas aushärten, dann könne der Spielplatz offiziell freigegeben werden.
„Wir sind im Zeitplan – so, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte sie.

Kriminalstatistik: Weniger Straftaten, aber mehr Betrugsversuche

Die aktuelle Kriminalstatistik zeigt: In Degerschlacht sind die meisten Delikte rückläufig. Körperverletzungen, Diebstähle und Sachbeschädigungen nehmen ab, Rauschgiftdelikte gibt es gar keine.

Nur ein Bereich macht Sorgen: Vermögens- und Fälschungsdelikte. Diese sind im gesamten Stadtgebiet Reutlingen deutlich gestiegen – um ganze 92 Prozent. Dabei handelt es sich vor allem um Betrugsmaschen, bei denen sich Täter als Amtspersonen ausgeben und ältere Menschen täuschen.

Nicht alle lassen sich gott-sei-dank täuschen. In meinem allerersten Artikel berichtete ich von Antonia. Antonia ist inzwischen 98 Jahre alt. Sie wusste sich zu helfen. So wie Antonia sollten alle reagieren.
Hier gehts zum Artikel aus dem Oktober 2024:
„Eine Art Enkeltrick“

Bebauungsplanänderung in der Werner-von-Kirchstraße

Ein weiterer Punkt der Sitzung betraf die Straßen „Auf der Höhe“ und „Werner-von-Kirchstraße“. Ursprünglich war dort ein Grünstreifen mit Gehweg vorgesehen. Aufgrund der Geländehöhen und der Wurzeln bestehender Bäume wurde diese Variante jedoch verworfen. Stattdessen wurde der Gehweg direkt an der Straße ausgeführt – zwei Meter breit und damit barrieregerecht. Der Bezirksgemeinderat stimmte der geänderten Ausführung einstimmig zu.

Formaldehyd im neuen Kindergarten - Messungen laufen

Im neuen Kindergarten Degerschlacht wurden leicht erhöhte Formaldehydwerte festgestellt. Vermutet wird, dass Einbaumöbel die Ursache sind. Kindergartenleiter Herr Hempt, Vertreter des Sozialamts und das Gesundheitsamt sind eingebunden.

Ein Lüftungskonzept wurde erstellt, einige Räume bleiben vorerst gesperrt. Da der Kindergarten noch nicht voll belegt ist, können die Kinder auf andere Räume wie den Bewegungsraum ausweichen. Die berechnete Fläche pro Kind werde weiterhin eingehalten.

Die geplante Einweihung wird verschoben, bis die Ursache eindeutig geklärt ist – voraussichtlich ins Frühjahr. Ergebnisse der laufenden Messungen sollen in etwa zwei Wochen vorliegen.

Müll und Glascontainer – Ärger über überfüllte Sammelstellen

Im Punkt „Sonstiges“ kamen Beschwerden über überfüllte Glas- und Kleidercontainer auf. Ratsmitglied Jörg Maurer berichtete, dass sich regelmäßig Flaschen vor den Containern stapeln. „Das ist wirklich unverschämt – vor allem gegenüber den Leerern, die die Flaschen von Hand einsammeln müssen“, sagte er.

Auch das Problem mit illegal abgelegten Matratzen und Altkleidern wurde diskutiert. Hintergrund sind offenbar unklare Regeln: Kaputte Textilien dürfen laut aktueller Regelung nicht mehr in den Restmüll, sondern müssen in die Kleidercontainer – egal in welchem Zustand.

Die Entsorgungsfirma Alba stehe zudem vor logistischen Schwierigkeiten, weil ein Subunternehmen ausgefallen sei. Bürgermeisterin Dunkl versprach, das Thema mit der Stadtverwaltung zu klären und nachzufragen, ob sich die Leerungsrhythmen verändert haben.

Dienstagstreff zurück aus der Sommerpause

Dienstagstreff zurück aus der Sommerpause

Dienstagstreff zurück aus der Sommerpause

Das erste Treffen nach den Ferien am 17. September war ein voller Erfolg: Mehr als 50 Gäste fanden sich im Degerschlachter Gemeindehaus ein – so viele wie bei keiner Vereinssitzung.

Da Ingried und Friedrich Haselberger, die den „Treff für Ältere“ normalerweise leiten, noch im Urlaub waren, sprang Brunhilde Georges ein. Sie moderierte den Nachmittag, sorgte für gute Stimmung und musste gleich zu Beginn noch zusätzliche Tische und Stühle organisieren. „Mit so vielen Leuten hab ich heute gar nicht gerechnet“, meinte sie lachend – einige Besucher waren sogar schon eine halbe Stunde vor Beginn da.

„Zu spät kommt hier keiner“

Besonders geschätzt wird das ehrenamtliche Engagement: 6 bis 8 Helfer sind jedes Mal dabei, kümmern sich um Kaffee, Kuchen und die Bewirtung. Zusammen mit den Haselbergers und Brunhilde Georges packen insgesamt elf Menschen regelmäßig mit an. „Zu spät kommt hier keiner“, freut sich Georges, „so gut kommt die Idee bei den Degerschlachtern an.“

Diesmal stand ein Film des Reutlinger Filmclubs über die Stadtgeschichte auf dem Programm, vorgestellt von Detlef Anker. Der Saal war voll mit bekannten Gesichtern – Persönlichkeiten, die Degerschlacht seit Jahren mitprägen, dazu viele Nachbarn aus Sickenhausen.

Film über Reutlingen vom Reutlinger Filmclub

Der Treff ist kein eigener Verein, sondern dem Verein „Gemeinsam vor Ort“ angeschlossen, der Degerschlacht, Sickenhausen und Betzingen verbindet. Das hat viele Vorteile: Die Organisatoren können das Angebot ohne Vereinsgründung weiterführen, Überschüsse fließen in die gemeinsame Arbeit. Finanziert wird der Nachmittag durch ein Spendenkässle – jeder gibt, was er kann.

Der Dienstagstreff für Ältere findet an jedem dritten Dienstag im Monat von 14 bis 16 Uhr im Degerschlachter Gemeindehaus statt.

Klappstuhl-Treffen in Degerschlacht – das erste Mal

Klappstuhl-Treffen in Degerschlacht – das erste Mal

Klappstuhl-Treffen in Degerschlacht – das erste Mal

Degerschlacht hat seine Stühle ausgeklappt: Beim ersten Klappstuhl-Treffen im Hof des Kindergartens trafen sich Nachbarn aller Generationen – mit Salzbrezeln, Chips, Radler und sogar einem umgebauten Rasenmäher als Biermobil. Die Idee, schon vor Jahren im Bezirksgemeinderat angestoßen, wurde nun Wirklichkeit. Und es war bestimmt nicht das letzte Treffen dieser Art.

Dass es ein schöner Abend werden würde, hatte ich schon geahnt, als ich die kleine Notiz auf Degerschlacht News gelesen hatte und mich gefreut. Am Mittwoch hatte ich dann den ganzen Tag an meinem Schreibtisch gesessen und immer wieder zum Himmel geschaut: Wird das Wetter halten? Bis am Tag vorher war es noch sommerlich warm und die Sonne hatte geschienen, was das Zeug hielt und ausgerechnet am Mittwoch kippte das Wetter. Es war zwar warm, aber immer wieder gab es kleine Regenschauer.

Das Wetter spielt mit: Es bleibt trocken

Ob bei dem Wetter jemand kommt?, überlegte ich skeptisch. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dachte ich. Mein Optimismus hatte gesieght. Ich packte Chips und Radler ein und zog mit meinem Lieblingsehemartin los. Den Klappstuhl hatten wir erstmal zu Hause gelassen. Den konnten wir ja immer noch holen. Schließlich ist das Rathaus nur schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite unsere.

Ein Platz für die Dorfgemeinschaft?

Ich erinnere mich noch gut: Damals, als Willi Walker und ich noch Mitglieder des Bezirksgemeinderates waren, hatten wir darüber gesprochen, wie wir unseren Ort beleben könnten. Ob es nicht möglich wäre, irgendwo im Ort einen Platz zu finden, an dem sich die Menschen hier im Flecken treffen können, miteinander plaudern, sich begegnen und kennenlernen könnten. Generationsübergreifend. Alte, junge, mit und ohne Familien, mit Freunden und solchen, die es werden könnten.

Willi hatte damals die Idee. Wenn erst der Kindergarten hier aus dem Rathaus ausgezogen wäre, träumte er, dann wäre der Hof mit dem kleinen überdachten Teil hinterm Rathaus einfach ideal für so etwas.

Wir waren damals alle seiner Meinung.

Der Kindergartenhof wird Treffpunkt

Inzwischen ist das Bildungshaus für die Kinder in der Straße Am Wasserturm fertig. Die Kinder sind eingezogen und im Oktober wird das neue Zuhause für Degerschlachts Nachwuchs mit einem großen Fest eingeweiht.

Die kleinsten Krippenkinder bleiben nun aber dennoch im Rathaus. Die Räume werden also weiterhin für die Betreuung benötigt.

Inspiration aus Kusterdingen

Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl hatte die Idee von damals nun wieder aufgegriffen und zu einem Klappstuhlfest eingeladen. Sie hatte gehört, dass in Kusterdingen etwas Ähnliches auf die Beine gestellt worden war. Die Initiative „Härtenfunk“ lädt dort inzwischen seit zwei Jahren regelmäßig zu so einem Klappstuhl-Treffen ein. Hier gehe es aber, anders als in Degerschlacht, vor allem auch um den Kontakt mit den umliegenden Gemeinden, erzählte Ute Dunkl. In Degerschlacht wolle man erstmal die Nachbarn aus der eigenen Gemeinde zusammenbringen. Sickenhausen, als direkte Nachbargemeinde könnte man vielleicht später ebenfalls einladen.

Gemeinsam mit Jörg Maurer hatte sie das Treffen organisiert.  Lukas Pasler und Robby hatten in den sozialen Medien kräftig die Werbetrommel gerührt.

„Holt euch einen Klappstuhl“

„Wir haben gerade von euch gesprochen“, strahlte unsere Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl, als wir ankamen. „Holt euch einen Klappstuhl aus der Garage“, sagte sie, „da stehen noch eine ganze Menge.“

„Setzt euch zu uns“, grinste einer von denen, die schon ihren Platz gefunden haben. „Es ist wie beim Elternabend im Kindergarten: Wir machen einen Stuhlkreis“, sagte er und lachte. Der Klappstuhl-Treff war schon gleich zu Beginn gut besucht. Und es waren wirklich alle Degerschlachter Generationen dabei. Das jüngste Nachbarkind stampelte im Kinderwagen, ein kleines Mädchen versorgte alle mit Salzbrezeln. Die Ältesten waren im Großelternalter und auch dazwischen war alles vertreten.

Das Biermobil

Und dann tuckerte ein ganz besonderes Gefährt die Martin-Knapp-Straße entlang. Einer der Degerschlachter Nachbarn hatte einen Rasenmäher zum Biermobil umgebaut. Das Gefährt machte eine Menge Radau und fuhr schließlich mit Getöse im Schneckentempo auf den Hof des Kindergartens ein. Einige Nachbarn zogen los und besorgten Biergläser und Humpen und dann gab es Bier vom Fass.

Aber vor allem gab es eins: Eine tolle Stimmung, viel Spaß, gute Gespräche und jede Menge Ideen für weitere Aktivitäten.

Ideen für die Zukunft

Der Abend war ein voller Erfolg. Deshalb wird es hier auch künftig solche Klappstuhl-Treffen geben. „Eine Feuerschale wäre jetzt schön“, überlegte Ute Dunkl, als es dunkel geworden war.  Das Licht der Straßenlaternen war von Bäumen und vom Rathaus verdeckt. Doch die Idee wurde gleich wieder verworfen. Zu viel Aufwand, war die einhellige Meinung. Das nimmt der Sache die Spontaneität. Es seien dann Vorbereitungen nötig, Holz müsste bereitgestellt werden und jemand müsste aufpassen, dass das Feuer aus sei, bevor alle nach Hause gegangen seien. Windlichter, Sonnengläser oder ähnliche Leuchtmittel wären eine gangbare Alternative.

„Ich organisier das“, versprach Ute.

Der Vorschlag,  beim nächsten Mal einen Plattenspieler zu organisieren, damit jeder,  der noch Schallplatten irgendwo auf seinem Dachboden fände, sie mitbringen könnte, kam gut an. „Es könnte auch getanzt werden“, so einer Klappstuhl-Gäste augenzwinkernd. Schaun wir mal …