Stromausfall nebenan: In Degerschlacht gingen die Lichter und Drucker an
Stromausfall nebenan: In Degerschlacht gingen die Lichter und Drucker an
Ein Lichtschein um zwei Uhr nachts
„Seltsam“, dachte ich heute Nacht. Es war kurz vor zwei Uhr. Ich war wach geworden – warum auch immer. Aus dem Flur sah ich einen Lichtschein. War jemand im Wohnzimmer? Nein, der Lieblingsehemann lag neben mir im Bett.
Ich stand auf, ging nach unten und suchte die Fernbedienung für das Licht. Ich fand sie und schaltete die Lampe aus. „Seltsam“, dachte ich noch einmal. Die Katzen hätten die Fernbedienung so nicht versehentlich betätigen können. Ich zuckte die Schultern. Vielleicht waren es unsere Nachbarn? Wir haben mit den beiden eher eine Wohngemeinschaft als ein normales Mietverhältnis. Oder war es der Sohn, der nachts in der Gegend war, sich etwas zu essen gemacht und das Ausschalten vergessen hatte?
Offiziell blieb unser Flecken verschont
Am Morgen dann die Meldung: Teile von Reutlingen sind ohne Strom. Ein Großbrand im Umspannwerk Reutlingen-West hatte zwei Transformatoren völlig zerstört. Die Kopplung zum Umspannwerk Mitte verursachte extreme Spannungsschwankungen. Die Meldungen kamen fast gleichzeitig über alle Kanäle: Rundfunk, Pushnachrichten, WhatsApp und Katwarn.
Betroffen seien vor allem die Innenstadt, Betzingen, Ohmenhausen, Wannweil und Kirchentellinsfurt. Von Degerschlacht war nirgends die Rede. Offiziell blieb unser Flecken also verschont.
Wenn der Drucker im Dunkeln erwacht
Inzwischen habe ich aber mit ein paar Nachbarn gesprochen, die das durchaus anders erlebt haben. „Der Drucker ist plötzlich angesprungen“, hieß es da, „davon bin ich wach geworden.“ Andere Elektrogeräte gaben beim automatischen Neustart laute Signaltöne von sich. Wer dabei weiterschlafen kann, muss einen wahrhaft festen Schlaf haben.

„Bei uns in der Straße ‚Im Sandmann‘ gingen plötzlich alle Lichter an, die über Bewegungsmelder gesteuert werden“, erzählte eine Freundin. Auch unser Steuerberater berichtete: „Mein Radiowecker hat heute Morgen geblinkt.“ Das tut er nur, wenn der Strom kurz weg war.
Recherche statt nerviger Anrufe
So ganz unberührt scheint Degerschlacht von dem Brand im Umspannwerk also doch nicht geblieben zu sein. Es lohnte sich also, nachzuhaken. Weil ich telefonisch niemanden nerven wollte – die Verantwortlichen haben aktuell sicherlich Wichtigeres zu tun –, habe ich im Internet recherchiert. Und tatsächlich: Das, was wir in Degerschlacht heute Nacht erlebt haben, hängt direkt mit dem Brand zusammen.
(Siehe Info-Kästen)
Inzwischen sei die Stromversorgung überall weitestgehend wiederhergestellt, heißt es auf der Reutlinger Seite
Was habt ihr erlebt? Hats bei euch auch geflackert? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen entweder gleich hier als Kommentar oder unter
Alle wichtigen Infos auf einen Blick:
Degerschlacht blieb beim Reutlinger Stromausfall offiziell verschont.
Die nächtliche Realität sah jedoch anders aus.
Der Feuerteufel im Westen
- Um 1:37 Uhr brannte das Umspannwerk Reutlingen-West.
- Drei Brandherde deuten auf gezielte Brandstiftung hin.
- Das Landeskriminalamt ermittelt wegen politischer Motive.
- Über 30.000 Menschen verloren schlagartig den Strom.
- Ganze Stadtteile versanken im tiefen Dunkel.
Das unsichtbare Band nach Degerschlacht
- Offizielle Stellen meldeten für uns grüne Ampeln.
- Unsere Küchengeräte erzählen eine völlig andere Geschichte.
- In der Nacht blinkten plötzlich alle Digitaluhren.
- Zwei Nachbarn bestätigten mir kurze Blackouts.
- Das Stromnetz agiert wie ein sensibles Spinnennetz.
- Ein heftiger Schlag im Westen erschüttert Degerschlacht.
Glück im Unglück
- Automatische Schutzschalter retteten unsere empfindliche Elektronik.
- Die Leitungen wurden blitzschnell getrennt.
- Wir kamen mit einem Schrecken davon.
- Betzingen kämpft bis zu 48 Stunden weiter.
- Unsere Gedanken sind bei den Nachbarstadtteilen.
- Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.
Warum das Licht in Degerschlacht flackerte
(mit Quellenangaben)
- Das Stromnetz agiert als Verbundsystem (Quelle: FairNetz).
- Umspannwerke West und Mitte hängen zusammen (Quelle: SWR).
- Der Großbrand löste extreme Kurzschlüsse aus (Quelle: Lagebericht).
- Die Netzspannung sackte schlagartig ab (Quelle: FairNetz).
- Experten nennen diese Einbrüche „Wischer“ (Quelle: VDE-Fachverband).
- Technische Schutzsysteme reagierten in Millisekunden (Quelle: Netztechnik).
- Automatische Schalter trennten betroffene Leitungen (Quelle: Netzschutz-Handbuch).
- Das verhinderte Schäden an Haushaltsgeräten (Quelle: VDE).
- Daher blinkten die heimischen Digitaluhren (Quelle: Leserberichte).


