Nacht der Narren
Degerschlacht feiert
Eulen und Füchse, Kräuter- und andere Hexen, Schlosswölfe, Waldgeister, Bisamratten und Neckar-Bätscher – die Narrenzünfte kamen von überall her und freuten sich darauf, gemeinsam zu feiern.
Schon auf dem Weg zur Halle, vor dem Eingang und später drinnen kamen die Feiernden schnell miteinander ins Gespräch. Um mitfeiern zu dürfen, hatten die Narren Kostümzwang angeordnet, und die fantasievollen Verkleidungen machten es den Gästen leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Nicht immer war auf den ersten Blick zu erkennen, welches Kostüm da gerade vor einem stand. Aber genau das machte den Reiz aus.
Häschen oder Zebras?
Drei junge Frauen mit gestreiften Öhrchen auf dem Kopf, innen rosa, dazu schwarz-weiße Tüllröckchen, blieben stehen, als ich sie fragte, ob ich sie fotografieren dürfe.
„Kannst du raten, was wir sind?“, fragten sie und steckten die Köpfe zusammen. Ich war ratlos und tippte vorsichtig auf „Häschen?“
Die drei lachten laut los. Es waren Zebras.
Ab 19 Uhr hatten die Degerschlachter Wildsaua zur Nacht der Narren eingeladen. Die Organisation lief reibungslos. Einlass, Getränke- und Essensausgabe funktionierten ohne lange Wartezeiten. Niemand musste hungrig oder durstig feiern.
Perfekte Organisation
Ordnungshüter achteten darauf, dass leere Flaschen dorthin zurückkamen, wo sie hingehörten, und Einweggeschirr von Pommes, Roter Wurst und Käse ordnungsgemäß entsorgt wurde. Sanitäter standen bereit, damit nichts passierte, falls etwas passierte.
Aber es passierte nichts.
Guggenmusik und Männerballett
Zahlreiche Fasnachtsvereine aus der Region waren der Einladung gefolgt und sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Auf der Bühne wechselten sich Guggenmusik, Lumpenkapellen, Show-, Häs- und Hexentänze ab. Die Männergruppen der Betzinger Krautskräga und der Spitzbuaba Sonnenbühl präsentierten ihre mehr oder weniger eleganten Ballettaufführungen. So, wie Männer eben tanzen. Und bekamen dafür jede Menge Applaus.
Tanz im Zelt
Während die verschiedenen Narrengruppen ihr Publikum in der Auchterthalle mit ihren Vorführungen fesselten, nutzte die bunte Gesellschaft im Zelt die Gelegenheit, ausgelassen zu tanzen. Das Zelt hätte gut noch ein bisschen größer sein können, um alle Feiernden zu fassen.
Nach Ende des Festes übernahmen rund 20 Mitglieder der Degerschlachter Narrenzunft das Aufräumen. Zehn Wildsaua waren dann am Sonntag schon wieder früh aufgestanden, um dafür zu sorgen, dass alles so hinterlassen wurde, wie sie es vorgefunden hatten.
Ordentliche Wildsaua
Wobei das nicht ganz stimmt:
Sie haben den Platz besser hinterlassen als zuvor. Schließlich hatten sie bereits vor Beginn der Veranstaltungen rund um die Altglascontainer aufgeräumt.