Pflegeheim in Degerschlacht: Projekt gestoppt – Stadt setzt auf Pilotmodell

Pflegeheim in Degerschlacht: Projekt gestoppt – Stadt setzt auf Pilotmodell

Pflegeheim in Degerschlacht: Projekt gestoppt – Stadt setzt auf Pilotmodell

Die Hoffnung auf ein Pflegeheim in Degerschlacht ist vorerst vom Tisch. Obwohl die Stadt Reutlingen das dafür vorgesehene Grundstück bereits 2019 erworben hatte und die Pläne dafür so gut wie fertig waren, wird die Einrichtung nicht gebaut. Das wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung deutlich und sorgte für spürbare Ernüchterung.

Ursprünglich 60 Pflegeplätze geplant

Geplant waren 60 Pflegeplätze sowie barrierefreie Wohneinheiten oder Mitarbeiterwohnungen im vorderen Teil des Areals. Im hinteren Bereich sollten Grundstücke an Privatpersonen verkauft werden. Die Grundstücke für private Nutzung zumindest bleiben. Das Pflegeheim ist gestrichen.

Als Hauptgrund nennt die Stadtverwaltung den Pflegekräftemangel. Ohne ausreichend Fachkräfte sei ein neues Heim nicht realisierbar. „Wir haben sogar im Ausland gesucht – es gibt einfach niemanden“, so der Leiter der Abteilung für Ältere bei der Stadt Reutlingen, Bernd Opitz. Neben Pflegekräften fehlen auch Hausmeister, Verwaltungspersonal und weitere Mitarbeitende.

Weitere Unsicherheiten kommen hinzu: steigende Baupreise, Änderungen in Pflegekassengesetz und Heimverordnung sowie unklare politische Rahmenbedingungen unter der neuen Landesregierung.

Hohe Eigenanteile schrecken ab

Ein weiterer Punkt: die Kosten. In Baden-Württemberg liegen die Eigenanteile für Pflegeheime bundesweit an der Spitze – im Schnitt rund 5000 Euro monatlich zusätzlich zum Anteil der Pflegekasse. Wer kann diese Kosten tatsächlich aufbringen? Und wer sie aufbringen kann, ist vielleicht kaum bereit, sein ganzes Vermögen für die Pflege auszugeben.

Der Trend gehe zur häuslichen Versorgung, berichtete Opitz: 85 Prozent der Pflegebedürftigen werden derzeit zu Hause betreut.

Was passiert nun mit dem Grundstück?

Das Gelände ist gekauft. Wofür es nun genutzt werden soll, bleibt offen. Die Stadt plant ein „Pilotprojekt Pflege Degerschlacht“, mit dem neue Versorgungsformen erproben werden sollen. Sollte es erfolgreich sein, könnte das auch in anderen Gemeinden umgesetzt werden.

Denkbar sei ein Mix verschiedener Professionen: Räume für Beratungsangebote, Ärzte, ambulante Dienste, Pflege-WGs oder andere Versorgungsstrukturen. Auch die Finanzierbarkeit soll geprüft werden. Ein externer Berater, Dr. Fries, wurde bereits beauftragt; die Finanzierung des Konzeptprozesses zumindest ist gesichert.prochen.

Workshops sollen Ideen liefern

Zwei Workshops sollen nun klären, welche Angebote in Degerschlacht funktionieren könnten.

Der erste Workshop soll bereits am 6. Juli stattfinden. Dann sollen mit Fachleuten aus Pflege und Verwaltung Kriterien und Ideen entwickelt werden. Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl soll ebenfalls dabei sein, da sie die Bedürfnisse der Degerschlachter Bevölkerung am besten kennt.

 

Bei einem zweiten Worksop ist dann der Austausch mit potenziellen Trägern geplant. Einige der bisher angesprochenen hatten bereits signalisiert: „Wenn ihr mit einem neuen Konzept kommt, meldet euch gern wieder.“

Ziel sei, bis Ende des Jahres eine Ausschreibung für mögliche Dienstleister vorzubereiten. Als Bauträger kommen die GWG oder die Firma infrage, die das neue Landratsamt errichtet hat.

Skepsis und Hoffnung im Ortschaftsrat

Opitz zeigte sich zurückhaltend: Er habe „Bauchgrummeln“ und könne nichts versprechen. Ein gutes Konzept brauche Zeit, vielleicht bis 2027.

Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl sprach von einer „blöden Situation“. Mit der Reform der Pflegeversicherung könne sich kaum jemand einen Pflegeplatz leisten. Ein Pilotprojekt sei sinnvoll – „wenn denn etwas dabei herauskommt“.

Über eins waren sich die Ratsmitglieder sicher: Die Degerschlachter möchten im Ort bleiben. Und brauchen dafür wohnortnahe Angebote.

Ideen für oder mit den Bürgern?

Ob in den Workshops Ideen für oder mit den Bürgern entwickelt würden, wollte eine Zuhörerin wissen.

Eine Bürgerbefragung sei nicht vorgesehen, so Opitz. Man könne potenziellen Trägern keine Vorgaben machen. Der Markt sei frei.

Die Bürger könnten ihre Ideen an das Bezirksamt weitergeben, sah Johannes Hägele eine Möglichkeit, dass die Degerschlachter doch ihre eigenen Vorstellungen einbringen könnten. Ute Dunkl könnte die Vorschläge dann zu dem Workshop mitnehmen.

Der Ortschaftsrat wünscht sich jedoch regelmäßige Sachstandsberichte. Ute Dunkl bat darum, spätestens nach dem zweiten Workshop informiert zu werden.

In Ohmenhausen gehe im Sommer ein neues Pflegeheim an den Start, berichtete Opitz. Das sei damit dann erstmal das letzte seiner Art. Ob und falls ja, woher diese Pflegekräfte kommen, darüber wurde nicht ges

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

„Sachstand Pflegepilot Degerschlacht“. So stand es als Punkt 2 der Tagesordnung auf der Einladung zur Ortschaftsratssitzung. „Wir haben diesmal das Gemeindehaus als Treffpunkt gewählt“, hatte Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl erzählt, als ich sie vor ein paar Tagen traf. Das sei barrierefreier als der zweite Stock im Rathaus, erklärte sie. Schließlich interessiere das Thema gerade viele Ältere im Ort – und die seien eben nicht mehr so gut zu Fuß.

Ich war gespannt. Natürlich. Ich war ja auch dabei, als wir 2019 die Zusage bekamen, dass das Pflegeheim für Degerschlacht und Sickenhausen hier gebaut werden sollte.

Der große Dämpfer

Doch die Umsetzung hatte sich hingezogen. Die erste Hürde war es, Bauträger und Träger fürs Heim zu finden. Und die hatten bisher allesamt einen Rückzieher gemacht. Das Problem: Pflegemitarbeiter zu finden.

Nun also stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Bernd Opitz, Abteilungsleiter der Abteilung für Ältere bei der Stadt Reutlingen, war gekommen, um über den aktuellen Stand zu berichten.

„Inzwischen ist es sicher“, erklärte Opitz gleich zu Beginn:

„Das Pflegeheim kommt nicht.“

Die Stadt habe mehr als acht Pflegeheimträger angesprochen – auch über die Grenzen Reutlingens hinaus. Aber niemand sei bereit oder in der Lage gewesen, das Projekt zu stemmen.

Kein Personal, keine Chance

Das Hauptproblem: Es gibt kein Personal. Niemand ist da, um die Pflege zu übernehmen. Die Stadt habe auch versucht, Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben, doch auch hier seien nicht genügend Kräfte zu finden gewesen.

Nun hat die Stadt in Degerschlacht also ein schönes Grundstück, auf dem, wie Opitz erklärte, drei Häuser gebaut werden könnten, aber keine Aussicht mehr auf das Pflegeheim, für das das Grundstück ja eigentlich gekauft worden war. Sogar fertige Pläne hatte es schon gegeben. Es war also schon ziemlich viel Geld ausgegeben worden, ohne dass es einen Nutzen dafür gegeben hatte. Und das in Zeiten, in denen die Gemeinden ohnehin kein Geld haben.

„Wir suchen nach einer Alternative“, erklärte Opitz. Schließlich sei der Pflegebedarf ja da und würde in den kommenden Jahren noch größer werden.

Nun soll ein „Pilotprojekt Pflege Degerschlacht“ erarbeitet werden, das dann auch in anderen Ortschaften umgesetzt werden kann.

Bisher weiß noch niemand, was genau dabei entstehen soll. Begriffe wie „Beratungen“, „Ärzte“, vielleicht eine Pflege-WG stehen im Raum. Was genau möglich ist, weiß niemand. Was finanzierbar ist, auch nicht.

 

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Und dafür gibt es jetzt dann erstmal Workshops. Zwei Stück. Mit Fachleuten, mit potenziellen Trägern, mit einem Berater, der den Prozess begleitet. Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis.  Dafür steht die Finanzierung. Und wenn alles gut läuft, könnte vielleicht bis 2027 ein Konzept entstehen. Vielleicht. Nichts Genaues weiß man bisher noch nicht.

Die Zuschauer im Saal haben das mit einer Mischung aus Skepsis und Galgenhumor aufgenommen. „Die Reutlinger wollen einfach nicht“, meinte jemand. Vielleicht ist es aber auch komplizierter. Vielleicht ist aber auch genau das das Problem: Es ist kompliziert – und niemand traut sich, es einfach mal zu machen.

Wenig Klarheit

Am Ende dieses Abends bleibt zumindest bei mir eins hängen: Die Stadt hat ein Grundstück, aber keinen Plan. Die Menschen haben Bedürfnisse, aber keine Antworten. Aber die Stadt hat Workshops.

Vielleicht kommt etwas Gutes dabei heraus. Vielleicht wird es ein Modellprojekt, das funktioniert. Vielleicht. Für den Preis, den so ein Prozess kostet, ist mir das allerdings eine zu teure Angelegenheit bei so vielen „Vielleichts“.

Und nun? Abwarten und Tee trinken?

Das jedenfalls macht jetzt

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Ein Degerschlachter geht weiter – 100 km in 17 Stunden – Ultrawalk in Magdeburg

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Der Ultra Walk Magdeburg ist anders als die bisherigen Long‑Distance‑Walks, die Martin gegangen ist. Der Start liegt am Abend, die Strecke führt durch eine Stadt, die sich im Laufe der Nacht immer wieder verwandelt: warmes Licht, kalter Vollmond, ein überraschend heißer Morgen. Martin trifft unterwegs zwei Mitwanderer, mit denen er schließlich gemeinsam ins Ziel kommt. Zwischendurch läuft er in die falsche Richtung, später geht ihm das Wasser aus – und trotzdem erreicht er die 100 Kilometer in nur 17 Stunden.

Eine Folge über Magdeburgs Gegensätze, über Ausdauer, Zufallsbegegnungen und darüber, wie viel 100 Kilometer eigentlich sind, wenn man sie wirklich geht.

100 km sind ganz schön viel – Ultra-Walk Magdeburg 2026
Ein Degerschlachter geht weiter – mit 7000 Menschen unterwegs an der Ostsee

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„7000 Menschen. Wenn jeder nur 50 cm Platz einnimmt, sind 7000 Meter eine Menschenschlange von 3,5 km“, erzählt Martin Störk rückblickend. Am Samstag hat er die Wandersaison mit dem Megamarsch Ostsee 2026 von Scharbeutz nach Grömitz begonnen.

Ostseemarsch 2026: 7000 Menschen unterwegs von Scharbeutz nach Grömitz. 50 Kilometer in 8 Stunden – nachdem Martin im vergangenen Jahr 171 km rund um Köln in 33 Stunden gelaufen ist, war das vielleicht keine außergewöhnliche Distanz, aber ganz sicher eine besondere Erfahrung. Die 7000 Menschen waren in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte startete in Grömitz, die andere in Scharbeutz.

Aber auch 3500 Menschen sind ziemlich viele. Dazu der Sand, der das Gehen schwerer macht als jeder Anstieg in den Bergen. Und gleichzeitig: Frühling an der Ostsee. Blaues Meer, weißer Strand, helles Grün. Eine Landschaft, die trägt. Martin war zufrieden mit seiner Zeit und glücklich am Meer – aber eines steht fest: Nie wieder mit 7000 Menschen unterwegs.

Die ganze Folge gibt’s jetzt im Podcast „Ein Degerschlachter geht weiter“.

Episode 1 – Ostseemarsch 2026:

Ostseemarsch 2026 – 7000 Menschen unterwegs von Scharbeutz nach Grömitz

Der Podcast:

Die nächste Episode kommt aus Magdeburg.

Die Strecke: 100 km rund um Magdeburg. Diesmal werden es weniger Teilnehmer sein. Martin hat die Start Nr. 56 …

Frohe Ostern

Frohe Ostern

Frohe Ostern

„Es ist das Osterfest alljährlich
für den Hasen recht beschwerlich“

Wilhelm Busch

Ich seh es ein. Erstmal kann er keine Eier legen. Er muss sehen, wo er sie sich organisieren kann. Und das ist nicht so einfach.  Freiwillig jedenfalls gibt kein Huhn auch nur ein einziges Ei ab.

Aber das ist nicht das einzige Problem.

Denn dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Transport. Nach so vielen Jahren, in denen er zu Ostern seine Waren an alle Haushalte liefert, sollte er doch gelernt haben, dass seine Art der Forbewegung – sagen wir mal – vor allem für Eierlieferungen problematisch ist. Er hüpft und die Eier purzeln reihenweise aus dem Korb. Und dann müssen wir sie suchen. Es ist jedes Jahr das Gleiche. Wir können nur froh sein, dass sie meistens entweder aus Schokolade oder wenigstens hart gekocht sind. Jetzt stellt euch mal vor, sie wären roh – was für eine Schweinerei wäre das. Nicht auszudenkenn …

Alle Jahre wieder also schicken wir unsere Kinder los, zu suchen, was der Hase beim Hoppeln verloren hat.

Und glaubt mir, auch für Eltern sind zumindest dir Vorbereitungen mindestens genau so beschwerlich. Einkaufen für 4 Tage. Mindestens. Man ist sich ja nie sicher, ob es nach Ostern noch etwas zu kaufen gibt. Na ja – das ist ja auch nicht der einzige Grund, warum wir die Lebensmittelgeschäfte leer kaufen.

Es könnte ja Besuch kommen. Und man weiß ja auch nie so genau, wer kommt und wieviele schließlich am Tisch sitzen. Da geht man dann doch lieber auf Nummer sicher.

Na ja – und dann gibt eswieder wie jedes Jahr die ganze Woche Reste …

In diesem Sinne: Lasst euch nicht stressen. Genießt das Fest, die Gäste, die Sonne – es soll ja richtig warm werden – den Frühling.

Das wünscht euch

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

PS: Nächste Woche gibt es wieder richtige Nachrichten. Die Themen stehen schon. Aber jetzt ist auch für mich erstmal das Genießen dran …