Jetzt wird’s still. Hoffentlich.

Jetzt wird’s still. Hoffentlich.

Jetzt wird’s still. Hoffentlich.

Eine Art Editorial

Jetzt wird es still. Hoffentlich.

Spätestens dann, wenn am Heiligabend die Geschäfte geschlossen haben und der Posaunenchor vorm Rathaus auf die Feiertage einstimmt, dann soll sie kommen: die stille, die besinnliche Zeit.
Hoffentlich.

Einkaufsstress und lange Schlangen statt Besinnlichkeit

Im Moment merkt man davon noch nicht viel. Wer noch einkaufen musste, war in den letzten Tagen wahrlich nicht zu beneiden. Beim Kaufland in K’furt gab es am Montag gegen 10 Uhr keine Parkplätze mehr. Als ich mich endlich an der Kasse anstellen konnte, reichte die Schlange durch den ganzen Laden. Die letzten standen hinten bei den Tiefkühltheken.

Zwischen Parkplatz und Tiefkühltheke

Menschen – Familien mit Kindern und andere – hetzten suchend durch die Gänge. Manche wirkten gestresst, unfreundlich, unwirsch. Andere lächelten, grüßten, waren einfach freundlich zueinander. So, wie man es sich eigentlich für die Vorweihnachtszeit wünschen würde.

Ich telefonierte gerade mit meinem Lieblingsehemann. Er war in Reutlingen in der Stadt. Dort sah es ganz genauso aus, sagte er.

Wir waren beide froh, als wir wieder in Degerschlacht waren.

Wie schön ist Degerschlacht!

Hier ist es anders.
Ruhiger.
Irgendwie doch eine Insel der Seligen.

Was ich euch wünsche

Jetzt wünsche ich euch allen wirklich schöne Tage. Dass jede und jeder ein bisschen zur Ruhe kommt. Dass ein lieber Mensch an eurer Seite ist – oder vielleicht auch ein Lieblingstier (das letzte Kind hat Fell, heißt es). Dass sich Wünsche erfüllen. Und wenn nicht alle, dann wenigstens ein paar.

Was ich euch aber vor allem wünsche, ist Gesundheit. Denn ohne sie ist alles nichts.

Habt es schön.

Eure
Eulalia,
die Eulenfrau aus Degerschlacht

Christbaumfeschtle mit Nikolaus am Rathausplatz

Christbaumfeschtle mit Nikolaus am Rathausplatz

Christbaumfeschtle mit Nikolaus am Rathausplatz

 

Auch in diesem Jahr steht er wieder mittenim Ort direkt vor dem Rathaus und ist festlich beleuchtet von überall her gut zu sehen. Am Heiligen Abend wird auch in diesem Jahr dann der Posaunenchor dort die Degerschlachter wieder musikalisch auf die Feiertage einstimmen.

Das „Christbaumfeschtle“ hat Tradition

Inzwischen ist es Tradition, dass der Christbaum am Samstag vor dem ersten Advent mit einem kleinen „Christbaumfeschtle“ aufgestellt wird.

In diesem Jahr war das gut eingespielte Christbaumteam früher dran: Der Baum wurde bereits am Vortag aus dem Reutlinger Stadtwald nach Degerschlacht gebracht und vor dem Rathaus aufgestellt. Am nächsten Tag kam die Beleuchtung dazu.

Gut gewachsen im Reutlinger Stadtwald

Der Baum war im Reutlinger Stadtwald schön gewachsen und macht auf dem Rathausplatz richtig etwas her.

Ab 16:30 Uhr wurde dann rund um den Baum gefeiert. Die Degerschlachter Blasmusik sorgte für adventliche Stimmung. Für Glühwein, Punsch, Waffeln und Rote Wurst kümmerte sich auch in diesem Jahr wieder das Team aus Rathaus und Bezirksgemeinderat.

Viel ehrenamtliches Engagement

Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl bedankte sich deshalb für das ehrenamtliche Engagement bei

  • Der Weihnachtsbaummannschaft
  • Der Firma Elektro Weimar aus Degerschlacht
  • Den Mitgliedern des Bezirksgemeinderats
  • Den Mitarbeitenden des Bezirksamts
  • Und in diesem Jahr vor allem auch an den Nikolaus.

Denn der war diesmal zum ersten Mal dabei und hatte für jedes Kind kleine Überraschung im Gepäck.

Ein rundherum gelungenes Fest – diesmal war sogar der Nikolaus gekommen

Alles in allem war es auch diesmal wieder ein rundherum gelungenes Fest.

„Ich hoffe, dass das bewährte Team auch im nächsten Jahr wieder zur Stelle ist“, sagt Ute Dunkl und wünscht allen Degerschlachtern mit Freunden und Familien schöne Weihnachten und alles Gute für das kommende Jahr 2026

 

Öffnungszeiten des Bezirksamts über die Feiertage

Das Bezirksamt Degerschlacht schließt am Dienstag, 23.12.2025 bereits um 11.45 Uhr.

Von Mittwoch, 24.12.2025 bis Mittwoch, 07.01.2026 ist das Rathaus geschlossen. Ab 08.01.2026 gelten wieder die üblichen Öffnungszeiten.

Wir wünschen Ihnen schöne Weihnachten und alles Gute für das kommende Jahr 2026.

Ihr Rathaus-Team

Die vier Kerzen

Die vier Kerzen

Die vier Kerzen

VIER KERZEN brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

DIE ERSTE KERZE  seufzte und sagte: „Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde kleiner und verlosch schließlich ganz.

DIE ZWEITE KERZE flackerte und sagte: „Ich heiße GLAUBEN. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

LEISE UND TRAURIG meldete sich DIE DRITE KERZE zu Wort: „Ich heiße LIEBE. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst “ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber ihr sollt doch brennen!“ Und fast fing es an zu weinen.

Da meldete sich DIE VIERTE KERZE zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße HOFFNUNG.“ Mit einem Hölzchen nahm das Kind Licht von dieser Kerze und erweckte die anderen Lichter Frieden, Glauben und die Liebe wieder zu Leben.

(Autorin: Elsbeth Bihler)

„Wann ist  Bescherung?“

„Wann ist Bescherung?“

„Wann ist Bescherung?“

„Wann ist Bescherung?“

 

Fienchen macht die Augen auf.

Draußen ist es dunkel.

Ruhig.

Ein Kätzchen scharrt im Katzenklo. Es gnurpst und knabbert. Manchmal ein leises „Pling“, wenn ein Kätzchen mit dem Trockenfutter an die Porzellanschüsse klopft.

Fienchen liegt ruhig im Bett.

Sie hat ausgeschlafen und lauscht auf die Geräusche des Weihnachtsmorgens.

„So fühlt sich Weihnachten an“, denkt sie und schaut zu, wie hinter dem kleinen Dachfenster nach Osten hinaus der Himmel langsam heller wird.

Heiligabend vor 60 Jahren.

Auf dem Wohnimmertisch duften die Plätzchen. Die Mutter hat Torte gebacken. Mohn- und Pfefferkuchen.

Die Kerzen brennen. Das Kaffeearoma erfüllt das kleine Häuschen. Draußen fängt es um halb vier schon an zu dämmern.

„Wann ist Bescherung?“, fragt Tante Elli.

„Um 18 Uhr“, antwortet ihre Schwester streng.

Der „Gupta“ aus Indien, mit dem Papi zusammen arbeitet, ist schon da. Er wünscht sich eine Frau, erzählt Papi seiner Familie. Deshalb hatten sich die Kollegen zusammen gesetzt, und wollten eine Heiratsanzeige aufgeben. „Ich bin nicht reich, hab kein Vermögen“, hatte Gupta erklärt und „das sollte in er

Anzeige schon drin stehen.“

„Klar“, waren seine Kollegen auch gleich einverstanden. Papi hatte verschmitzt gegrinst. „Wir wollen doch, dass du einen guten Eindruck machst. So ein paar Fremdwörter wären schon passend“, fand er. „ „Unvermögend“ – das Fremdwort dafür wäre „impotent“ – „Impotenter Mann sucht Frau fürs Leben.““ Alle Kollegen haben gekichert, Gupta hat nichts verstanden.

Aber sie haben die Anzeige so natürlich nicht aufgegeben.

Gupta gehört dazu, ist Teil der Belegschaft, akzeptiert.

Fachlich kompetent, menschlich einfach sympathisch. Gupta trinkt Tee. Wie Papis Kollege Ali Beser auch. Das „s“ im Namen hat so ein Kringel darunter .

Alis Tochter heißt Leyla

Ali hat eine Tochter in Fienchens Alter. Die heißt Leyla. Und heute sitzt sie zum ersten Mal mit ihrem Vater mit Fienchens Familie unterm Weihnachtsbaum. Vermutlich ist es ihr erstes Weihnachten überhaupt. Genau so wie das von Gupta auch. Der Papi fand, die beiden Mädels sollten in Kontakt bleibe. Es sei gut, wenn jede etwas von der Kultur der anderen erlebt.

Das bildet fürs Leben.

Fienchen ist begeistert von Leyla. Sie mögen die gleichen Bücher, die gleichen Spiele. So viel anders sind Türken also gar nicht.

Die drei Kolleginnen von Tante Elli kommen aus den Philippinen. Sie haben zu diesem feierlichen Anlass – Weihnachten eben – ihre Festtracht angezogen. Sie haben Lieder aus ihrer Heimat mitgebracht und singen.

„Wann ist denn endlich Bescherung?“ fragt Tante Elli, die es nie erwarten kann.

„Nun lass uns doch noch ein bisschen zusammen sitzen. Es ist doch noch nicht 18 Uhr“, schüttelt ihre Schwester wie immer den Kopf.“

„Aber es ist doch schon fast dunkel draußen“, bohrt Tante Elli, die jüngere weiter.

Sie ist jedes Jahr die neugierigste und durchsucht schon Tage vorher die Schränke nach Weihnachtspäckchen. Ob sie je etwas gefunden hat? Das hat sie all die Jahre für sich behalten.

Siegfried hat seine neue Freundin Christel mitgebracht. Sie kommt aus Münster. Da ist Siegfried beim Bund. Siegfried muss im Elternschlafzimmer schlafen. Christel schläft in Siegfrieds Zimmer. Alleine. Weil sich das so gehört. Nachts schleicht Siegfried sich dann rüber. Fienchens Mutter hat einen leichten Schlaf. „Nein, Siegfried, das geht nicht, du bleibst hier“, pfeift sie ihn zurück. Am Ende ist sie trotzdem schwanger geworden. Wo genau und wann, das weiß man nicht.

„Wann ist denn nun endlich Bescherung?“ fragt Tante Elli.

Fienchens Mutter gibt sich geschlagen.

„Aber erst singen wir noch ein paar Weihnachtslieder. Fienchen setzt sich ans Klavier. Unsere Gäste sollen doch einen guten Eindruck von deutschen Weihnachten bekommen.“

„O du fröhliche…“

„Stille Nacht…“

„Süßer die Glocken nie klingen…“

Und dann klingt das Glöckchen. Fienchens Mutter hat das Weihnachtszimmer geschmückt, während die anderen noch um Fienchen herum am Klavier stehen und singen.

Das Glöckchen ist das Zeichen.

Nun kann es losgehen.

Fienchen bekommt endlich die Gitarre, die sie sich immer gewünscht hat.

Sie ist selig.

Wochenlang hatte sie ihren Eltern damit in den Ohren gelegen.

Und schließlich hatte sie ihren Federballschläger genommen und ein Gummiband drum gespannt. Und damit hatte sie sich täglich im Wohnzimmer vor den Eltern aufgebaut und dort grauenhafte Katzenmusik erzeugt.

Es hat geklappt.

Die Eltern hatten ein Einsehen.

Und gestern Abend?

Gestern Abend war es so, wie Fienchen sich Weihnachten gewünscht hat. So wie sie es von zu Hause kennt.

Und völlig entspannt.

Schon am Montag hatte sie alles vorbereitet.

Grünkohl gekocht wie es in Schleswig-Holstein am Weihnachtsabend Brauch ist

Ihre Schwaben waren etwas erstaunt, aber dann bereit, es zu probieren. „Ich hab Grünkohl früher immer für unsere Kaninchen angebaut“, erzählt Jürgen. „Bis mein Vater mir erzählt hat, dass man das essen kann.“ Er grinst und sagt, er habe es probiert und er mag es. Prima. Fienchen freut sich. Lukas, Paul und Viola werden es sicher auch gern essen, sagt Bärbel. Die mögen so etwas.

Martins Mutter hat noch nie Grünkohl gegessen. Der Vater auch nicht.

Irgendwann ist eben immer das erste Mal.

Der Holzherd brennt. Die Familie kommen.

Die Kerzen brennen.

Die Männer – vor allem der Opa – sind ein bisschen zappelig.

Drei Generationen – Opa, Vater, Enkel – gehen einmal ums Dorf, während Oma und Schwiegertochter Häkelanleitungen austauschen.

Und dann wird das Haus voll.

Genau wie früher. Zehn Personen am Tisch. Großeltern, Eltern und jede Menge Jungvolk.

Und schließlich kommen noch mehr Freunde.

Erst ganz zum Schluss kommt Fienchen dazu, ihre Päckchen auszupacken.

Es ist friedlich.

Es ist Weihnachten.

Fienchen steht auf, macht Tee, füllt Katzenfutternäpfe, leert Katzenklos.

Inzwischen ist es hell geworden.

Ein neuer schöner Weihnachtstag beginnt.