Hilfsbereitschaft und Zeitmangel: Die Ergebnisse unserer Umfrage zum Thema Ehrenamt

Hilfsbereitschaft und Zeitmangel: Die Ergebnisse unserer Umfrage zum Thema Ehrenamt

Hilfsbereitschaft und Zeitmangel: Die Ergebnisse unserer Umfrage zum Thema Ehrenamt

Danke, dass ihr mitgemacht habt.
Hier ist das Ergebnis unserer Umfrage

Vor einigen Wochen haben wir euch gefragt, wie ihr die Angebote von Degerschlacht News und der Familiengruppe des Schwäbischen Albvereins in Degerschlacht wahrnehmt, warum sich viele bisher nicht aktiv einbringen und was wir künftig besser machen können. Dass ich darauf so viel Resonanz haben würde, damit hab ich nicht gerechnet.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass sich mehrere Leserinnen und Leser dafür  Zeit genommen haben.

Die Degerschlacht-Tassen sind inzwischen bei ihren Gewinnern angekommen.

Weil mich manche von euch  nun gefragt haben, was denn nun bei der Umfrage herausgekommen ist, möchte ich das Ergebnis mit euch teilen

Was gefällt euch besonders?

Die Antworten waren ziemlich eindeutig. Besonders geschätzt werden die schnellen und unkomplizierten Informationen aus dem Ort über Degerschlacht News sowie die Ausflüge und Aktionen der Familiengruppe. Manche von euch haben sich vor allem darüber gefreut, dass überhaupt jemand Angebote für Familien hier im Ort organisiert.

Besonders gefreut haben mich Aussagen wie:

„Es wird so viel für unsere Kinder gestaltet. Es ist lustig, informativ und vor allem werden Erinnerungen erschaffen.“

Oder auch ganz schlicht:

„Dass überhaupt jemand etwas für Familien im Ort anbietet.“

Die Angebote werden also wahrgenommen und geschätzt.

Warum bringen sich viele nicht aktiv ein?

Auch hier gab es ein recht klares Bild. Der mit Abstand häufigste Grund ist schlicht Zeitmangel.

Viele Teilnehmer beschrieben, dass Job, Familie und die vielen Verpflichtungen des Alltags kaum noch Raum für weiteres Engagement lassen. Andere wissen nicht genau, wo oder wie sie konkret helfen könnten. Manche haben auch Sorge, dass aus einer kleinen Unterstützung schnell eine größere Verpflichtung wird.

Interessant war dabei: Die meisten Antworten klangen keineswegs nach Desinteresse. Im Gegenteil. Mehrere Teilnehmer engagieren sich bereits in anderen Vereinen oder könnten sich grundsätzlich vorstellen zu helfen – allerdings nur in einem überschaubaren Rahmen.

Kleine Hilfe statt großes Ehrenamt

Die beliebteste Form der Unterstützung war ganz klar eine Art „Häppchen-Ehrenamt“. Also einmalig für eine Stunde mithelfen, beispielsweise beim Grillen, Aufbauen oder Abbauen.

Auch kleine Beiträge wie ein kurzer Text für die Website oder eine gelegentliche Unterstützung bei einzelnen Aktionen wurden genannt.

Das bestätigt einen Eindruck, den viele Vereine derzeit haben: Die Bereitschaft zu helfen ist durchaus vorhanden – aber die Menschen wünschen sich flexible und klar begrenzte Aufgaben statt langfristiger Verpflichtungen.

Wie sieht es mit finanzieller Unterstützung aus?

Auch diese Frage wurde überraschend offen beantwortet.

Die meisten Teilnehmer könnten sich vorstellen, die Angebote durch eine freiwillige Spende zu unterstützen. Für einige wäre außerdem ein kleiner Beitrag von etwa 2 Euro pro Kind bei Veranstaltungen vorstellbar.

Den meisten ist bewusst, dass schöne Angebote nicht ohne Aufwand und Kosten entstehen.

Sommerpause – ja oder nein?

Die Mehrheit der Teilnehmer findet eine feste Sommerpause für größere Aktionen grundsätzlich sinnvoll. Viele begründeten dies damit, dass die Kalender im Sommer ohnehin voll seien.

Allerdings gab es auch einzelne Stimmen, die gerade im Sommer mehr Zeit hätten. Ganz eindeutig ist das Bild also nicht. Bevor hier eine feste Regelung eingeführt wird, werden wir die Erfahrungen der kommenden Jahre sicher noch genauer beobachten.

Fazit

Die Umfrage hat vor allem eines gezeigt: Das Interesse an den Angeboten ist da. Viele Menschen schätzen, was in Degerschlacht auf die Beine gestellt wird. Gleichzeitig stehen viele Familien heute unter einem enormen Zeitdruck, sodass regelmäßiges ehrenamtliches Engagement oft schwerfällt.

Für die Zukunft sollten wir also verstärkt nach Möglichkeiten suchen, bei denen man unkompliziert und ohne langfristige Verpflichtung mithelfen kann.

Vielen Dank an alle, die an der Umfrage teilgenommen haben – und natürlich herzlichen Glückwunsch noch einmal an die Gewinner der Degerschlacht-Tassen.

Vor allem eins wurde letztendlich bei allen Antworten deutlich: Eine lebendige Dorfgemeinschaft ist vielen nach wie vor wichtig. Das ist doch eine schöne Grundlage, auf der wir weiter aufbauen können. 😊

Darüber freut sich

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht

Die Tassen sind da!

Die Tassen sind da!

Die Tassen sind da!

Da sind sie:

Meine Degerschlacht-Tassen sind gestern mit der Post gekommen. Ich freu mich riesig.

Es fing damit an, dass ich euch gebeten hatte, bei meiner Umfrage zum Thema „Ehrenamt“ mitzumachen. Als kleines Dankeschön hatte ich versprochen, eine Degerschlacht-Tasse zu gestalten und unter allen Einsendern zu verlosen. Dass dann tatsächlich so viele von euch mitmachen würden, damit hab ich nicht gerechnet. Umso mehr hab ich mich über jede einzelne Antwort riesig gefreut.

Ja und dann: Versprochen ist versprochen. Ich hab zu Stift und Papier, Tablet und Software gegriffen und meinen Blick aus meinem Fenster auf Degerschlacht gezeichnet. Na ja ungefähr. Mein Blick aus dem Fenster ist tatsächlich ein bisschen weiter links.

Nun sind sie da.

Sie sind so schön geworden, dass ich sicherheitshalber gleich noch ein paar Tassen nachbestellt habe.

Was mach ich nun damit?

Ihr wollt auch eine Tasse? 
So könnt ihr sie bekommen

Ich hab mir überlegt: Ich verschenke Tassen an alle, die sich aktiv bei Degerschlacht-News einbringen – ob mit einem Leserbrief, einem Themenvorschlag, einer Umfrage-Teilnahme oder auf andere Weise. Das ist mein Dankeschön an euch.

Wer nicht so recht weiß, wie er sich einbringen kann, aber trotzdem gerne eine echte Degerschlacht-Tasse haben möchte, kann die Tasse auch einfach kaufen.

Bleibt die Frage nach dem Preis.

Ich mach es mir da einfach: Zahlt, was es euch wert ist, per Paypal (einfach hier klicken). In das Mitteilungsfeld könnt ihr Eure Adresse eingeben und ich schicke euch die Tasse zu.

Zur Orientierung: Herstellung und Versand kosten mich zusammen etwa 10–12 € pro Tasse. Ihr müsst euch daran nicht halten – aber falls ihr nicht wisst, wo ihr ansetzen sollt, ist das eine ehrliche Hausnummer.

Den Erlös verwende ich für alles, was ich zur Pflege der Webseite sowie der Inhalte auf Degerschlacht News brauche: Stifte und Papier für Ideen, Zeichnungen und Mitschriften bei Interviews oder Veranstaltungen. Fürs Fotografieren, die Software, Porto und Verpackung, eventuell mehr Speicherplatz für all den Content. Kurz: für alles, was es braucht, damit Degerschlacht-News weiterhin existiert.

Jetzt lehnt sich zurück und genießt ihren Kaffee aus der neuen Tasse
Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Wo ist das „Wir“ geblieben?

Wo ist das „Wir“ geblieben?

Wo ist das „Wir“ geblieben?

Ein paar Gedanken über Mitmach-Gemeinschaft und Konsumgesellschaft

Gestern Abend kurz nach 19 Uhr. Das Thermometer zeigt immer noch mehr als 30 Grad. Die Luft zwischen den Häusern steht, und ich muss gestehen: Ich konnte es niemandem verdenken, dass er (oder sie) bei den Temperaturen lieber im Schatten zu Hause, vielleicht bei einem kühlen Getränk aufhält als ins Vereinsheim zu kommen.

Ich hatte zu einem Treffen eingeladen. Per Newsletter, rechtzeitig und mit den besten Absichten. Peter und ich haben brav mit dem Schlüssel in der Hand gewartet, aber niemand kam.

Natürlich mag das Wetter ein Grund gewesen sein, aber ich denke, da ist mehr.

Ich hab mir deshalb einfach mal ein paar Gedanken gemacht. Warum ist das so? Warum haben Vereine Nachwuchsprobleme? Nicht nur, Mitglieder zu finden, sondern erst recht auch jemanden zu finden, der sich engagiert, seine Ideen mit einbringt und vielleicht auch bei der Umsetzung mithilft?

Daran, dass die Angebote nicht interessant genug sind, scheint es jedenfalls nicht zu liegen.

Die Angebote kommen an

Seit eineinhalb Jahren engagiere ich mich in der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins für die neu aufgebaute Familiengruppe. Wenn ich etwas anbiete, habe ich manchmal 40 bis 50 Teilnehmer. Und trotzdem stehe ich am Ende immer alleine da. Beim Planen, beim Vorbereiten, beim Aufräumen. Seit zwei Jahren rufe ich auf: „Unterstützt mich!“ Die Resonanz? Ein freundliches Schweigen. Ungefähr nach dem Motto: „Schön, dass wir da sein können, aber wenn wir dafür was tun sollen – och nö. Schade, wenn es das nicht mehr gibt, aber ich kann es halt nicht.“ Aus den bisherigen Teilnehmern ist bisher leider auch niemand Mitglied im Verein geworden.

Ich frage mich in Momenten wie diesem ganz ernsthaft: Warum ist das so? Warum gibt es im Ehrenamt kaum noch echtes Engagement?

Vom Mitmachen zum Konsumieren: Der gesellschaftliche Wandel

Wenn man das Phänomen soziologisch betrachtet, merkt man schnell: Es ist kein exklusives Degerschlachter Problem. Es ist ein fundamentaler gesellschaftlicher Wandel, den viele Vereine spüren. Wir haben uns schleichend von einer Mitmach-Gemeinschaft hin zu einer Konsumgesellschaft entwickelt.

Früher bedeutete Verein, dass man fest dazugehört und wie selbstverständlich mit anpackt. Heute wird das Ehrenamt oft wie ein kostenloser oder günstiger Dienstleister wahrgenommen. Man „konsumiert“ das Angebot der Familiengruppe wie einen Nachmittag im Indoorspielplatz: Man kommt, nutzt das Event, freut sich, dass es schön war, und geht wieder nach Hause. Das Verantwortungsgefühl dafür, dass da überhaupt etwas stattfindet, bleibt völlig auf der Strecke. Sobald das Wort „Mitgliedschaft“ oder „feste Aufgabe“ fällt, schrecken viele zurück. Man will sich nicht verpflichten.

 

(Hinweis: Das obenstehende Bild zeigt einen ersten Entwurf als Symbolbild – die finale Tasse 2.0 ist gerade in Arbeit!)

Die „Rush Hour“ des Lebens oder die Angst vor der großen Aufgabe?

Dazu kommt die sogenannte „Rush Hour“ des Lebens. Gerade die jungen Familien stehen unter Dauerstrom: Beide Elternteile sind oft berufstätig, der Alltag ist komplett durchgetaktet zwischen Job, Schule und der Logistik für die Hobbys der Kinder. Die mentale Erschöpfung ist real. Die Hürde, noch eine weitere feste Verantwortung zu übernehmen, wird verständlicherweise als unüberwindbarer Berg wahrgenommen.

Aber so verständlich die Gründe im Einzelfall sein mögen – für diejenigen, die sich tatsächlich im Verein noch engagieren, verändert sich die Realität dadurch nicht. Die eigene Energie ist endlich. Wenn aus einer Gemeinschaft eine reine Einbahnstraße wird, brennt man irgendwann aus. Und genau an diesem Punkt stehen manche von uns jetzt. Wir möchten nicht aufgeben, denn Degerschlacht und unser Engagement hier liegt uns  am Herzen.

Gestalten statt Verwalten: Wie sieht die Zukunft aus?

Unser Ziel ist es, diese Angebote auf gesunde Beine zu stellen, damit sie uns allen – auch denen, die sich engagieren – dauerhaft Spaß machen und erhalten bleiben. Dafür möchten wir nicht über eure Köpfe hinweg entscheiden, sondern von euch wissen, wo der Schuh drückt.

Deshalb habe ich eine kleine, komplett anonyme Umfrage vorbereitet. Sie dauert weniger als 3 Minuten, hilft uns aber enorm zu verstehen, wie wir die Zukunft in Degerschlacht gemeinsam gestalten können.

[HIER KLICKEN: Zur 3-Minuten-Umfrage für Degerschlacht]

Als kleines Dankeschön für eure Ehrlichkeit:
Unter allen, die am Ende der Umfrage (völlig freiwillig) ihre E-Mail-Adresse für den Lostopf hinterlassen, verlose ich 3 exklusive Degerschlacht-Tassen im neuen Design mit dem Motiv von Rathaus und Kirche!

Ich bin unglaublich gespannt auf eure Gedanken und eure Rückmeldungen. Denn eine lebendige Gemeinschaft funktioniert nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten.

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht

Erste Buchmesse auf der Schwäbischen Alb – mit Degerschlachter Autorin

Erste Buchmesse auf der Schwäbischen Alb – mit Degerschlachter Autorin

Erste Buchmesse auf der Schwäbischen Alb – mit Degerschlachter Autorin

Die erste Buchmesse auf der Schwäbischen Alb findet am 14. Juni in der Erpftalhalle in Sonnenbühl‑Erpfingen statt. Und eine Degerschlachter Autorin ist auch dabei. Oder um es genau zu sagen: ich bin dabei.

Messe vor allem für lokale Autorinnen und Autoren

Die „BuchAlb“ schließt eine Lücke zwischen den großen Messen in Frankfurt, Stuttgart und Konstanz und bietet vor allem lokalen Autorinnen und Autoren eine Bühne. Die Messe ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 5 Euro. Die ersten 200 Kinder dürfen dank eines Sponsors kostenlos hinein.

Was ursprünglich als kleines Testprojekt mit rund 20 Autorentischen geplant war, wuchs innerhalb weniger Wochen auf 60 angemeldete Autorinnen und Autoren an – mehr Platz gibt die Erpftalhalle nicht her. Organisiert wird die Messe von einem engagierten Team rund um die Marketingagentur 4zig und Jill Carsten, unterstützt von der Gemeinde Sonnenbühl.

Programm für Leseratten jeden Alters

Die BuchAlb richtet sich ausdrücklich an alle, die gern lesen – egal, welchen Alters. Auf dem Programm stehen unter anderem:

  • Rallyes und Mitmachaktionen für Kinder
  • traditioneller Buchdruck
  • Buch‑Upcycling
  • Taschenbasteln für kleine Bücherfans
  • 17 Lesungen aus verschiedenen Genres
  • Und viele Gelegenheiten, mit Autorinnen und Autoren ins Gespräch zu kommen

Als Degerschlachter Autorin dabei

Wie viele von euch wissen, erzähle ich gern Geschichten. Manche einfach mit Worten, manche aber auch gezeichnet. Auf der BuchAlb habe ich einen Stand in der Ecke für Kinder- und Jugendbücher und bringe drei meiner Projekte mit:

  • den ersten Band meiner Graphic‑Novel‑Trilogie „Wir hatten ja nichts“, die das Leben von Erich P. zwischen 1910 und 1930 erzählt
  • das Bilderbuch „Der Rabe mit dem Licht“, eine Legende der kanadischen First Nations
  • und „Würmli“, die Geschichte eines Regenwurms – entstanden im Rahmen einer Regenwurm‑Exkursion des Albvereins Degerschlacht

Das Würmli‑Buch vermittelt Wissenswertes über das Leben unter der Erde auf humorvolle Art und ist damit vielleicht vor allem für Familien und Naturinteressierte spannend.

Live‑Zeichnen: Ein Comic entsteht

Am Stand zeige ich außerdem, wie eine Graphic Novel entsteht – vom Storyboard bis zur Kolorierung. Und für Kinder (und alle, die Lust haben) gibt es eine kleine Mitmach‑Aktion: Gemeinsam entwickeln wir eine Figur, aus der ich vor Ort einen 4‑Panel‑Comic zeichne.

Für alle, die Lust auf Bücher und einen schönen Sonntag auf der Alb haben

Die Organisatorinnen und Organisatoren betonen, dass die Messe vor allem durch Freiwillige, Sponsoren und viel Leidenschaft möglich wurde. Deshalb braucht sie vor allem eines: Besucherinnen und Besucher.

Ein Ausflug lohnt sich. Für alle, die Lust auf Bücher haben und einen schönen Sonntag auf der Schwäbischen Alb verbringen möchten.

Ich jedenfalls freu mich drauf!

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen …

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen …

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen …

Das war ja wirklich eine tolle Geschichte, die ich heute morgen in meinem WhatsApp-Postfach gefunden hatte. Ausgerechnet heute. Wir haben zur Zeit Besuch von Freunden aus Kanada. Und Chris hat sich einen Besuch im Porschemuseum mit Industrieführung gewünscht. Dahin sind die beiden Männer – also mein Lieblingsehemartin und Chris – heute morgen aufgebrochen.

Sie hätten gar nicht so weit fahren müssen, um automotive Geschichten aus unserer Region zu finden. Die Geschichten in Degerschlacht sind mindestens genau so interessant.

Eine hab ich gerade heute morgen per WhatsApp zugeschickt bekommen.

Ich hatte mir einen Kaffee gemacht und ein bisschen mit dem Handy in der Küche gesessen. Und dann las ich in dem Artikel von Wilfried Gehr wie das war mit einer jungen Männerclique, die sich für Automotoren begeisterten. Dazu gehörten Gottlieb Daimler, Robert Bosch, Wilhelm Maybach und eben die beiden Degerschlachter Brüder Gottlob und Gustav Maier aus dem Entenhof. Die beiden hatten mindestens so gute Ideen wie ihre berühmten Kumpels.

Wie es ihnen erging, könnt ihr in dem Artikel von Wilfried Gehr lesen. Er weiß einfach immer wieder tolle Geschichten aus unserem Ort und ich? Ich hab es ja geahnt: Degerschlacht hat richtig viel zu bieten. Aber dank Wilfried weiß ich es jetzt sogar.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

„Sachstand Pflegepilot Degerschlacht“. So stand es als Punkt 2 der Tagesordnung auf der Einladung zur Ortschaftsratssitzung. „Wir haben diesmal das Gemeindehaus als Treffpunkt gewählt“, hatte Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl erzählt, als ich sie vor ein paar Tagen traf. Das sei barrierefreier als der zweite Stock im Rathaus, erklärte sie. Schließlich interessiere das Thema gerade viele Ältere im Ort – und die seien eben nicht mehr so gut zu Fuß.

Ich war gespannt. Natürlich. Ich war ja auch dabei, als wir 2019 die Zusage bekamen, dass das Pflegeheim für Degerschlacht und Sickenhausen hier gebaut werden sollte.

Der große Dämpfer

Doch die Umsetzung hatte sich hingezogen. Die erste Hürde war es, Bauträger und Träger fürs Heim zu finden. Und die hatten bisher allesamt einen Rückzieher gemacht. Das Problem: Pflegemitarbeiter zu finden.

Nun also stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Bernd Opitz, Abteilungsleiter der Abteilung für Ältere bei der Stadt Reutlingen, war gekommen, um über den aktuellen Stand zu berichten.

„Inzwischen ist es sicher“, erklärte Opitz gleich zu Beginn:

„Das Pflegeheim kommt nicht.“

Die Stadt habe mehr als acht Pflegeheimträger angesprochen – auch über die Grenzen Reutlingens hinaus. Aber niemand sei bereit oder in der Lage gewesen, das Projekt zu stemmen.

Kein Personal, keine Chance

Das Hauptproblem: Es gibt kein Personal. Niemand ist da, um die Pflege zu übernehmen. Die Stadt habe auch versucht, Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben, doch auch hier seien nicht genügend Kräfte zu finden gewesen.

Nun hat die Stadt in Degerschlacht also ein schönes Grundstück, auf dem, wie Opitz erklärte, drei Häuser gebaut werden könnten, aber keine Aussicht mehr auf das Pflegeheim, für das das Grundstück ja eigentlich gekauft worden war. Sogar fertige Pläne hatte es schon gegeben. Es war also schon ziemlich viel Geld ausgegeben worden, ohne dass es einen Nutzen dafür gegeben hatte. Und das in Zeiten, in denen die Gemeinden ohnehin kein Geld haben.

„Wir suchen nach einer Alternative“, erklärte Opitz. Schließlich sei der Pflegebedarf ja da und würde in den kommenden Jahren noch größer werden.

Nun soll ein „Pilotprojekt Pflege Degerschlacht“ erarbeitet werden, das dann auch in anderen Ortschaften umgesetzt werden kann.

Bisher weiß noch niemand, was genau dabei entstehen soll. Begriffe wie „Beratungen“, „Ärzte“, vielleicht eine Pflege-WG stehen im Raum. Was genau möglich ist, weiß niemand. Was finanzierbar ist, auch nicht.

 

Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

Und dafür gibt es jetzt dann erstmal Workshops. Zwei Stück. Mit Fachleuten, mit potenziellen Trägern, mit einem Berater, der den Prozess begleitet. Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis.  Dafür steht die Finanzierung. Und wenn alles gut läuft, könnte vielleicht bis 2027 ein Konzept entstehen. Vielleicht. Nichts Genaues weiß man bisher noch nicht.

Die Zuschauer im Saal haben das mit einer Mischung aus Skepsis und Galgenhumor aufgenommen. „Die Reutlinger wollen einfach nicht“, meinte jemand. Vielleicht ist es aber auch komplizierter. Vielleicht ist aber auch genau das das Problem: Es ist kompliziert – und niemand traut sich, es einfach mal zu machen.

Wenig Klarheit

Am Ende dieses Abends bleibt zumindest bei mir eins hängen: Die Stadt hat ein Grundstück, aber keinen Plan. Die Menschen haben Bedürfnisse, aber keine Antworten. Aber die Stadt hat Workshops.

Vielleicht kommt etwas Gutes dabei heraus. Vielleicht wird es ein Modellprojekt, das funktioniert. Vielleicht. Für den Preis, den so ein Prozess kostet, ist mir das allerdings eine zu teure Angelegenheit bei so vielen „Vielleichts“.

Und nun? Abwarten und Tee trinken?

Das jedenfalls macht jetzt

Eure Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.