In eigener Sache: Lampenfieber vor der Buchmesse

In eigener Sache: Lampenfieber vor der Buchmesse

– Redaktionstagebuch. Diesmal tatsächlich mehr „Tagebuch“ als „Redaktions -“  

In eigener Sache: Lampenfieber vor der Buchmesse

Lampenfieber vor der Stuttgarter Buchmesse

Oder: Wenn man mit 70 plötzlich kalte Füße bekommt

Geschrieben hab ich schon immer

Geschrieben hab ich ja schon immer. Bisher waren es Bücher – die Geschichte meiner Familie als Roman und Dokumentation, mit Schildkröte und Rabe, weil meine Protagonistin Josefine mit irgendjemandem sprechen musste. Gutenachtgeschichten für meinen Sohn (die Geschichten sind wirklich schön, nur bei der Illustration muss ich noch mal ran). Reiseberichte von meiner Reise zu unseren Patenkindern nach Nepal, und solchen, bei denen wir mit dem Wohnmobil unterwegs waren.

Dann kamen die Bilder

Dann hab nochmal ein Studium als Comic- und Karikaturzeichnerin abgeschlossen, als ich mich gerade aus dem Berufsleben in die Rente verabschiedet hab. Und dann hab ich angefangen zu zeichnen. Eine Graphic Novel mit dem Titel „Alle Raben heißen Prisuch“ – eine gezeichnete Geschichte aus Erzählungen und Aufzeichnungen zwischen zwei Weltkriegen mit Happy End.

Die Buchmesse – und ein Rückzieher

Als ich von der Stuttgarter Buchmesse am 28. Februar gehört hab, dachte ich: Da meldest du dich an. Manchmal braucht man einfach eine Deadline um irgendetwas fertig zu bekommen. Ursprünglich wollte ich gemeinsam mit einer jungen Frau ein Bilderbuch vorstellen. Sie hat geschrieben – ich gezeichnet. Aber die Autorin will es nicht mehr veröffentlichen. Jedenfalls nicht mit meinen Bildern. Und ich darf sie auch nicht verwenden, sagt sie, weil sie aus ihrer Idee entstanden sind.

Alleine – aber nicht mit leeren Händen

Na gut, dachte ich, geh ich halt alleine hin. Ich nehm mit, was ich hab.

Meine Bücher. Und dann noch ein gezeichnetes Bilderbuch über eine Legende der First Nations in Kanada, die ich sehr mag und vorher noch nie gehört hatte. Ich wollte es so einfach wie möglich zeichnen und so kurz wie möglich halten, damit ich es schaffe bis zur Buchmesse. Es ist fertig. Zumindest druckreif. Mit der Technik stehe ich noch ein bisschen auf Kriegsfuß, aber das wird.

Meine Graphic Novel ist auch noch nicht fertig. Ich hab zusammengestellt, was ich bis jetzt hab, und mache einen ersten Band draus. Der ist jetzt auch so gut wie druckreif. Das Cover steht auch schon.

Der Hallenplan – und die Panik

Gestern hab ich den Hallenplan bekommen. Mein Tisch steht ziemlich in der Nähe des Eingangs, gleich beim Catering. Da kommt garantiert jeder vorbei.

Jetzt hab ich Lampenfieber.

Inzwischen hab ich schon jede Menge Bücher für die Messe gekauft. Und sobald ich dann den ersten Band meiner Graphic Novel und das Bilderbuch fertig habe, werden es noch mehr. Was mach ich bloß nach der Messe damit? Was mach ich bloß, wenn mich alle doof finden und merken, dass ich gar nicht zeichnen kann?

Ich könnte die Reste über meine Homepage verkaufen. Und versuchen, ein bisschen Werbung auf Degerschlacht News zu machen. Aber irgendwie ist es auch peinlich. Ich glaub, ich hab einfach kalte Füße. Ich hab Lampenfieber.

Ich bin 70 Jahre alt und alle anderen Aussteller:innen sind garantiert viel jünger als ich.

Aber wisst ihr was? Ich mach’s trotzdem.

Augen zu und durch sagt
Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht

Aus dem Bezirksgemeinderat

Aus dem Bezirksgemeinderat

Aus dem Bezirksgemeinderat

Die erste Sitzung des Bezirksgemeinderats Degerschlacht im neuen Jahr hat nun also am vergangenen Mittwoch stattgefunden. 
Die Themen auf der Tagesordnung waren scheinbar sogar so interessant, dass auch der Reutlinger Generalanzeiger eine Mitarbeiterin zu dem Termin geschickt hat. Dabei standen auf der Einladung eigentlich einfach nur die Themen: Mitteilungen – Haushaltsanträge 2026/2027 – Anfragen/Anträge/Sonstiges.

Vielleicht waren es die Haushaltsanträge, die die Redaktion interessiert hat? Wer weiß das schon.

Manchmal ist mehr drin als man meint …

Aber dann war noch sehr viel mehr drin.

Damit es für euch übersichtlicher bleibt, habe ich die Inhalte der Sitzung auf mehrere Artikel verteilt.

  • Berichte
    • Haushalt 2026/27: Sanierung der Auchterhalle hat Priorität
    • Kunstrasen im Nordraum: Einstimmiges Votum für Jugend- und Vereinsarbeit
    • Vereinszimmer an der Auchtertschule: Platz für Musik, Betreuung und Gruppen
Hier fing alles an: Der erste Döner hieß Karussellfleisch und kam aus Degerschlacht
  • Aktuelles
    • Schulbus zum BZN: Beschwerden, Gespräche und wenig konkrete Zusagen
    • Helfer vor Ort: Neues Angebot des Malteser Hilfsdienstes in Degerschlacht
  • Kurznachrichten
    • Warum rund um Degerschlacht Bodenproben entnommen werden
    • Müll, Altglascontainer und ein beschädigter Baum: Kurzes aus der Sitzung
    • Baugebiet Leiblstraße und Kindergarten: Informationen aus dem Rathaus

Viel Spaß beim Schmökern
wünscht
Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht

Was Jugendlichen hier fehlt

Was Jugendlichen hier fehlt

Was Jugendlichen hier fehlt

Jugendliche brauchen Orte, an denen sie einfach sein dürfen. Ohne Programm, ohne ständige Kontrolle, ohne sofort als Störung wahrgenommen zu werden. Genau daran fehlt es in Degerschlacht – das wurde im Gespräch mit Heike Geckeler sehr deutlich.

Jugendliche brauchen einen Platz, wo sie niemanden stören

Viele Jugendliche treffen sich notgedrungen privat: bei Freunden zu Hause, im Garten, im Hof. Und fast immer dauert es nicht lange, bis sich jemand gestört fühlt. Dann werden die Eltern angesprochen – selten die Jugendlichen selbst. Dabei wäre ein direktes Gespräch auf Augenhöhe oft der sinnvollere Weg.

Heike Geckeler kennt diese Situation aus eigener Erfahrung. Sie hat Kinder zwischen 13 und 25 Jahren. Wenn deren Freunde zu Besuch kommen, gibt es fast immer jemanden, der sich gestört fühlt. Das eigentliche Problem ist dabei weniger das Verhalten der Jugendlichen als der fehlende Raum für sie.

Privater Bauwagen

Ein Beispiel dafür ist ein privater Bauwagen in der Balthasar-Neumann-Straße. Dort treffen sich regelmäßig Jugendliche im Alter von etwa 16 bis 17 Jahren. Auch dieser Treffpunkt liegt jedoch im Wohngebiet – und auch hier fühlen sich Nachbarn gestört. Das zeigt: Gute Ideen scheitern oft nicht an den Jugendlichen, sondern an der Lage der Orte.

Jugendtreff im Rathaus mit langer Geschichte

Auch der Jugendtreff im Rathaus hat eine lange Geschichte. Entstanden ist er vor vielen Jahren auf Initiative von Jugendlichen aus dem Dorf. Damals war der Ansatz genau richtig: Die Jugendlichen bekamen einen Schlüssel, organisierten sich selbst und übernahmen Verantwortung für ihren Raum. Als sie später für Ausbildung und Studium Degerschlacht verließen, wurde der Raum eine Zeit lang nicht genutzt.

Hier fing alles an: Der erste Döner hieß Karussellfleisch und kam aus Degerschlacht

Im Rathaus gleich hinter der Eule ist der Jugendclub Degerschlacht. Geöffnet ist er jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr für Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren

Lage Konfliktpunkt

Einige Jahre später griffen Eltern aus dem Ort die Idee wieder auf. Ihre Kinder waren damals zwischen 14 und 16 Jahre alt. Auch diese Initiative wurde getragen, unterstützt und begleitet – unter anderem von engagierten Eltern aus dem Dorf. Doch auch damals gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern. Das Rathaus steht mitten im Ort. Die Lage blieb ein Konfliktpunkt.

Inzwischen professionell betreut

Heute gibt es den Jugendtreff weiterhin. Inzwischen wird der Jugendclub professionell betreut – durch einen Diplom-Sozialpädagogen der Jugendarbeit Nordraum. Die Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren. Geöffnet ist der Treff dienstags von 16 bis 18 Uhr.

Das ist ein wichtiges Angebot. Aber es ist nicht alles.

Platz außerhalb der Wohngebiete wäre schön

Was weiterhin fehlt, ist ein Ort für ältere Jugendliche. Ein Platz außerhalb der Wohngebiete, an dem sie sich treffen können, ohne sofort anzuecken. Ein Ort, den sie selbst verwalten und organisieren dürfen – mit Vertrauen statt Misstrauen. In anderen Gemeinden gibt es solche Lösungen. Für Degerschlacht wäre das ein starkes Signal.

Jugendliche brauchen Räume. Und Erwachsene, die mit ihnen reden – nicht nur über sie.

Das findet auch

Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht

Schade … eine kleine Randnotiz

Schade … eine kleine Randnotiz

Schade … eine kleine Randnotiz

Schade. Wirklich schade, dass es nicht mehr Menschen wie die Degerschlachter Wildsaua gibt. Denn sie können leider nicht überall sein. Und überhaupt ist es nicht ihre Aufgabe.

Was ist hier los?

Die Wildsaua haben ihrem Namen ganz und gar keine Ehre gemacht. Denn eins sind sie ganz sicher nicht: Wildsäue. Aber sie sind ja auch keine hochdeutschen Wildsäue, sondern echte schwäbische, sogar Degerschlachter Wildsaua. Die nämlich habe den ganzen Bereich rund um die Altglascontainer aufgeräumt, bevor sie Zelt und Technik für ihr Fest aufgebaut haben.

Das verdient unseren allergrößten Respekt. Bleibt die Frage: Warum ist so was überhaupt nötig? Warum stapelt sich hier bei uns und so viel ich auch von anderen gehört habe, nicht nur bei uns der Müll an Mülleimern und Containern.

Irgendwas läuft hier falsch.

Es soll ja Leute geben, die Anstoß an unserem Stadtbild nehmen. Wenn sie damit unsere nicht geleerten Container, den Müll rund um die Papierkörbe mit Hundekot und Bushaltestellen als Abfallendlagermöglichkeit meinen, bin ich ihrer Meinung.

Das jedenfalls ist derzeit das einzige, das in unserem Stadtbild stört findet Eure

Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

So?

Oder so?

Wer macht denn so was?

Wer macht denn so was?

Wer macht denn so was?

Was ist das?
Und vor allem: Warum?

Zum ersten Mal ist mir der Müll an der Bushaltestelle eine Woche vor Weihnachten aufgefallen. Was genau es war – ich hab lieber nicht so genau hingesehen. Und ich glaube, das war gut so. Denn ein Freund von uns hatte war neugieriger als ich (ja, das geht  😉). Und das, was er da vorgefunden hat, war nichts, was ich hier beschreiben möchte.

Lieber nicht so genau hinsehen?

Eigentlich hatte ich mir schon damals vorgenommen, ein paar Zeilen darüber hier zu lassen und zu fragen: Muss das denn sein?
Okay – damals war der Papierkorb an der Bushaltestelle voll. Vielleicht hätte der Mensch, der dort seinen Unrat loswerden wollte, ihn sonst in den Eimer geworfen. Aber der war ja – wie gesagt – schon voll. Also daneben damit?

Am nächsten Tag, noch bevor ich etwas geschrieben hatte, waren die Männer von den Stadtwerken gekommen und hatten die Sauerei im Handumdrehen beseitigt. Na gut, dachte ich, man muss ja vielleicht auch nicht alles breittreten. Ist ja nun auch alles wieder gut.

Problem gelöst – auf Kosten anderer?

Natürlich kann man die Stadtreinigung anrufen. Die kommt dann und räumt das weg. Problem gelöst – auf Kosten anderer. Hat mir jedenfalls jemand erklärt.

Bleibt trotzdem die Frage: Muss das denn wirklich sein?
Muss jemand anrufen, muss jemand anrücken, muss jemand den Dreck anderer wegräumen?

Oder wäre es nicht schlicht besser, wenn der Müll gar nicht erst dort abgeladen würde?

Das fragt sich

Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht.

Der Alltag hat mich wieder

Der Alltag hat mich wieder

Der Alltag hat mich wieder

Der Alltag hat mich wieder.

Der Besuchsmarathon zu meinem 70. Geburtstag ist vorbei, die letzten Gäste sind abgereist, im Haus ist es nun wieder ruhig. 

Eigentlich wollte ich in dieser Woche gleich loslegen. Gestern war Ortschaftsratssitzung, und ich war neugierig wie immer. Ich hatte mich darauf gefreut zu hören, was es denn im Ort Neues gibt. Und dann war die Sitzung nicht öffentlich. War nicht schlimm. Ich habs ja nicht weit. Und ein bisschen zusätzliche Ruhe nach den stürmischen Tagen hat mir vermutlich gutgetan.

Es scheint ruhig in Degerschlacht. Und eigentlich ist das ja ein gutes Zeichen: Keine Unfälle, keine Aufregungen, nichts, was Sorgen macht. Die Menschen scheinen mit  Weihnachts- und Jahresendvorbereitungen beschäftigt zu sein. Und ich ja eigentlich auch.

  • Was ich in den kommenden Tagen plane?
  • Eine Weihnachtsausgabe.
  • Eine Jahresendausgabe mit einem Blick zurück auf 2025.
  • Und zum Jahresbeginn eine Ausgabe mit dem Ausblick auf alles, was 2026 bringen wird:
    • Geschichten,
    • Porträts,
    • Reportagen,
    • Begegnungen und
    • kleine Fundstücke aus dem Dorfalltag.

Der Redaktionskalender ist in Arbeit.
Ich sammele, ordne und schau, welche Fäden wohin führen wollen.

Seid gespannt. Ich freue mich darauf.

Eure Eulalia, die Eule aus Degerschlacht