-Ehrenamt –
Ohne Uniform und Blaulicht schnell zur Stelle: Helferin vor Ort
Die Malteser stellen Degerschlacht ihre neue „Helferin vor Ort“ vor: Lotta Lootze wohnt im Ort, kennt die Wege – und kann mit ihrem Einsatz Leben retten
Sie kommen ohne Uniform, ohne Sirene und ohne Blaulicht. Und trotzdem können sie im entscheidenden Moment alles bedeuten. Alexander Thomys, Stadtbeauftragter der ehrenamtlichen Gliederung Reutlingen des Malteser Hilfsdienstes, stellte bei der Ortschaftsratssitzung am vergangenen Mittwoch das Konzept der „Helfer vor Ort“ vor – und mit ihm Lotta Lootze, die neue Ansprechpartnerin für Degerschlacht.
Lotta Lootze wohnt im Ort
Lotta Lootze wohnt im Ort, in der Osianderstraße. Ihr Auto steht bereit, der Notfall-Rucksack liegt im Kofferraum. Von dort aus kann sie schneller als jeder andere Helfer an jedem Punkt in Degerschlacht sein. Ihr Auftrag: die Zeit überbrücken, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Als Helfer vor Ort haben wir einen Vorsprung von bis zu acht Minuten“, sagt sie. Diese acht Minuten können manchmal über Leben und Tod entscheiden.
Wer Hilfe benötigt, wählt wie gewohnt die 112. Die Leitstelle entscheidet dann, ob Helfer vor Ort eingesetzt werden oder der reguläre Rettungsdienst ohnehin schon in der Nähe ist. Lotta Lootze und ihre Kolleginnen und Kollegen werden per Handy alarmiert und machen sich sofort auf den Weg. Idealerweise sind zwei Helfer gleichzeitig im Einsatz. Doch auch wenn schon jemand vor Ort ist, wenn sie eintreffen gilt: „Wir gucken auf jeden Fall, ob wir helfen können“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Wir machen das gerne.“
BFD beim Malteser Hilfsdienst
Dass sie weiß, was sie tut, steht außer Frage. Derzeit absolviert Lotta Lootze ihren Bundesfreiwilligendienst beim Malteser Hilfsdienst im Rettungsdienst. Damit bringt sie also sowohl Ausbildung als auch praktische Erfahrung mit. Ihre Anwesenheit gibt den Menschen Sicherheit, das hat sie bereits erfahren. Und diese Sicherheit brauchen nicht nur die Patientinnen und Patienten selbst. Auch Angehörige sind in Notfallsituationen oft überfordert und brauchen jemanden, der ihnen zur Seite steht und ihre Fragen beantwortet, während sich der Rettungsdienst um die medizinische Versorgung kümmert.

Wir in Degerschlacht sind froh, dass sie da ist
Umso mehr trifft es, wenn dieser Einsatz nicht mit dem nötigen Respekt begegnet wird. Lotta Lootze berichtet von einem Erlebnis, das getroffen hat: Bei einem Einsatz musste sie sich die Frage gefallen lassen, warum man „eine Frau schicke – und dann noch so eine junge, die doch gar keine Kraft habe“. „Das tut weh“, sagt sie offen. Denn sie kennt ihre Kompetenz, hat die nötige Ausbildung und Erfahrung und liebt ihre Arbeit. Zu viele solcher Momente, so weiß man aus der Forschung, führen langfristig zu emotionalem Rückzug. „Und der sollte einfach nicht da sein, wenn man helfen möchte“, sagt sie selbst.
Wir in Degerschlacht sind jedenfalls froh, dass sie da ist. Und freuen uns, wenn ihr die Freude am Helfen auch erhalten bleibt,
sagt auch Eulalia, die Eulenfrau aus Degerschlacht
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